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1868 Correspondence

 


Paul Deussen.
From b/w photo, 1864.
Colorized and enhanced image ©The Nietzsche Channel.

Naumburg, 2. Juni 1868:
Brief an Paul Deussen.

Mein lieber Freund,

ich setze voraus, daß es Dich weniger Zeit kosten wird, einen Brief zu lesen als zu schreiben und gestatte mir deshalb, Deine tiefe Arbeit auf eine harmlose und vielleicht erquickliche Weise zu unterbrechen. Im Grunde hole ich nur nach was ich kürzlich versäumt habe, als das Pförtner Schulfest1 lebhafter als je in mir die Hoffnung rege machte, Dich einmal wieder von Angesicht zu Angesicht zu sehen. Damals lag der Stoff zu den schönsten Unterhaltungen auf meinen Lippen; im festlichen Gewände wartete ich, daß ein wohl bekannter Schritt die Treppe herauf poltern werde — und wartete vergebens. Keiner aus der Schaar meiner Pförtner Bekannten (excepto Schenkio2) hat jenes Fest der Beachtung werth gefunden — wie ich es selbst nicht geachtet habe, ja sogar weder beim Empfang der Gäste, noch im Turnsaal oder auf dem Bergtage zugegen gewesen bin. Nun hielt mich zwar vor allem mein durchaus noch nicht gehobenes Leiden3 zurück, das ich mit allen möglichen Maschinen bekämpfe und das doch hartnäckiger ist als es auch der Laune eines geduldigen Mannes erträglich ist. Im Ganzen ist aber auch die gegenwärtige Pforte für mich kein Gegenstand der Sympathie: wir denken wohl noch gerne an sie wie an eine ehemalige Geliebte, aber mögen doch nicht vergnügt zusehn, wie sich die Abtrünnige mit ihrem neuen Liebhaber amüsirt. Dazu ist dieser Liebhaber auch zu schäbig, vor allem zu schwarz.4

Aus dem Munde des Volkes vernahm ich, daß Du in Deiner Heimat lebtest — und dies erklärte mir hinreichend, weshalb Du nicht gekommen warst. Was dieser Mund hinzufügte "Du seist in Aristoteles versenkt" wird wohl ebenfalls mutato nomine5 seine Richtigkeit haben. Jedenfalls aber war ich sehr ärgerlich, daß eine so schöne Hoffnung mir zwischen den Fingern zerlaufen war; denn ich hatte mir vorgenommen, Dich auf gewaltsame Weise in Naumburg festzuhalten, um uns gegenseitig die "wichtigen" Ergebnisse und Erfahrungen mitzutheilen, wie sie junge Leute die am Schlüsse des ersten Drittels ihres Daseins stehen auf dem Herzen zu haben pflegen. Da ist zum Beispiel die große Thatsache eines Bartes und die kleine einer Lebensphilosophie, da ist der erhabene Standpunkt eines Cylinders usw. —

Übrigens fällt mir eben ein, daß es ein böser Dämon vielleicht verhindert hat, daß mein letzter Brief6 überhaupt in Deine Hände kam. Ich habe ihn nach Berlin unter Deiner alten Addresse geschickt. Er enthielt die Nachricht über meine Erkrankung und etwas Philologie, wenn ich mich recht erinnre. Es ärgert mich immer, wenn ein Brief an meine Freunde verlorengeht: denn ich kann es nicht über das Herz bringen, dieselbe Sache zweimal zu besprechen.

Wenn Du übrigens Deine Heimat wieder verläßt, um in Berlin die Tortur7 zu erleiden, so zwinge Dich einmal, über Naumburg zu reisen. Hier will ich Dir alle möglichen schönen Zauberformeln ins Ohr sagen, damit Dich der Teufel nicht verschlinge. Einstweilen wünsche ich Dir die hellsten Blicke und die frohste Ausdauer zum Vollbringen Deiner Arbeit. Meine Lebenspläne (an denen freilich das Schicksal, der große Censor, noch viel herumcorrigieren wird) sind zunächst diese. Im nächsten Jahre ist eine Reise nach Paris beabsichtigt, wo ich nicht unter einem Jahre zu bleiben gedenke. Meine Freunde Rohde und Dr[.] Kleinpaul8begleiten mich. Nachher werde ich mich wahrscheinlich in Leipzig habilitieren, wo eben ein andrer Freund Dr Windisch9 sich für Sanskritbedürfnisse etablirt, und wo ich immer noch durch den blühenden philolog. Verein in einem Verhältniß zur Philologenschaft stehe.

Nächstens werde ich Dir hoffentlich mein Laertianum und einen andern Aufsatz zuschicken können, die beide im rhein. Mus. gedruckt sind.10 Letzterer behandelt jenes allerliebste Danaelied, dessen Wohlgeschmack mir noch von Bonn her auf der Zunge liegt. Größere litterarische Absichten wachsen in mir von Tag zu Tag, und ebenso rüste ich mich geistig zu dem Berufe eines Universitätslehrers, indem ich viel für mich über die rechte Methode des Lehrens und Lernens, über das Maß und die Bedürfnisse jetziger Philologie nachdenke.11

Soviel über mich. Gestern noch habe ich aber jemand gesprochen, der Dich häufiger getroffen hatte und mir einige Einzelheiten über Deine Studien etc mittheilte. Dies ist Stedtefeld,12 gegenwärtig Lehrer in Schulpforte. Er klagte etwas über Deinen allzu leicht erregten Enthusiasmus, über die Schnelligkeit und Umfänglichkeit Deiner Pläne, denen die nöthige Ausdauer nicht entspräche. Nun, lieber Freund, solche Dinge verzeihe ich am allerersten; ja ich lobe diese Fähigkeit, weil sie Dich verhindern wird, in den Sumpf zu fallen, in den so viele junge Philologen gerathen. Sie werden durch das ängstliche Bestreben beunruhigt, möglichst bald auch einmal eine wissenschaftliche That aufweisen zu können und stürzen deshalb wie Wüthende auf einen Schriftsteller, der ihnen Gelegenheit und Stoff zu solchen Thaten geben soll. Auch bei diesen armen Ehrgeizigen stat pro ratione voluntas:13 sie plagt nicht sowohl ein schöpferischer Trieb, als der Wille schöpferisch zu sein. Und wehe der ratio, die erst vom Willen ins Schlepptau genommen wird: Beiläufig sind diese Naturen gerade die prätentiösesten.

Überhaupt wirst Du finden, daß den meisten Philologen irgendwo eine moralische Verschrobenheit anhaftet. Zum Theil erklärt sich dies sogar physisch, insofern sie gezwungen sind ein Leben gegen die Natur zu führen, ihren Geist mit unsinniger Zufuhr zu überfüttern, ihre seelische Entwicklung auf Kosten des Gedächtnisses und des Urtheils zu vernachlässigen. Gerade die schöne Fähigkeit der Begeisterung ist am seltensten unter den jetzigen Philologen: als trauriges Surrogat derselben zeigt sich Selbstüberschätzung und Eitelkeit. Es hat mich geradezu geschmerzt, dies auch von Bernays14 zu hören, den ich im Ganzen doch als den glänzendsten Vertreter einer Philologie der Zukunft (dh. der nächsten Generation nach Ritschl Haupt Lehrs Bergk Mommsen usw15) aufzufassen gewohnt bin. Ähnliches gilt von Lucian Müller,16 dem begabtesten Gassenjungen unsrer Philologie. Ja man nenne einen beliebigen Namen, man denke an V. Rose oder Ribbeck, oder Bücheler, oder Wachsmuth etc.;17 überall zeigt sich eine wunderliche Hochachtung des eignen Naturells und Mangel an ächter Begeisterung.

Wo diese Leute warm werden, wo ihr Wesen, ihre Sprache, ihr Denken in Fluß und Schwung kommt, da ist es das Gefühl ihrer Zeugungskraft: sie erwärmen sich als Künstler, nicht als Ethiker. Nur der Ethiker aber kennt die wahre Begeisterung, die durch und durch selbstlos ist.

Nun, mein lieber Freund, will ich Dich noch bitten, mir einmal einen recht ausführlichen Brief über Deine Arbeit zu schreiben; ja ich habe gar nichts dagegen, daß Du mir dieselbe zuschickst. Du sollst dann von mir hören, was ein freimüthiger Freund theils zu loben, theils zu tadeln hat. Insbesondere, wenn Deine Arbeit etwa die Echtheitsfrage berühren sollte, würde mein Interesse für dieselbe das doppelte sein. Nur verschone mich mit einer Conjekturensammlung.

Eine musterhafte Arbeit eines Freundes ist noch kürzlich in meinen Händen gewesen, verfaßt von meinem Freunde E. Rohde in Kiel. Mit niemandem in der Welt bin ich so eins sowohl über philosophisch ethische Dinge als über philologische Anforderungen und Wünsche als mit diesem. Seine Abhandlung über "Lucians _<@l im Verhältniß zu Lucius v[on] Paträ und Apulejus," ist in diesen Tagen an das rheinische Museum abgegangen.18

Übrigens gehört auch Rohde zu den Verführten, die in Schopenhauer ihr geistiges Centrum gefunden haben. Meine größte Freude in der letzten Zeit ist die gewesen, hier und da begeisterte Anhänger für diesen Namen geworben zu haben. Was wirst Du sagen, daß zu diesen auch der eminente Oberpfarrer Wenkel gehört, der mit flatternden Fahnen in jenes Lager übergegangen ist? Er gestand mir kürzlich, daß er erst jetzt erfahren habe, was Philosophie ist, und daß was Philosophen außer Kant und Schopenhauer geleistet haben, im Grunde gleich Null ist. Ich erwärme mich förmlich an diesen Flammen der Begeisterung, die mich an meine "erste Liebe"19 erinnern. Selbst die von Wenkel20 so hochgeschätzten Männer wie Schleiermacher und Strauß21 sind für ihn jetzt blaß und farblos geworden.

Doch wozu erzähle ich Dir das? Gewiß nicht, um Dich ärgerlich zu machen. Im Grunde nur, um Dir zu beweisen, daß mein Geschmack auch in diesem Punkte nicht so paradox ist, wie es mitunter erscheinen mag meinem Freunde

Paul Deussen.

Empfiehl mich bestens Deinen verehrten Angehörigen; ich denke mitunter mit großem Behagen an Deine Heimat. — Im Übrigen schreib mir bald einmal, addressire nur nach Naumburg: der Brief erreicht mich schon, wenn ich noch das Leben habe.22 Aber auch dies Flackerding kann einmal auslöschen.

1. Schulpforta, 05-21-1868.
2. Theodor Schenk (1845-1883).
3. In March 1868, Nietzsche sustained a severe injury to his sternum in a riding accident.
4. Cf. excerpt from Spandau, 03-26-1867: Letter from Carl von Gersdorff. "Nun noch zur Notiz, daß ich neulich in Berlin Corssen begegnet bin und ihn natürlich begrüßt habe. Er sah abgespannt aus, so ich hoffe von der Arbeit; mir war es wehmütig ums Herz und wir sprachen von Pforta und der dortigen Reaction. Unbekannte Männer nehmen die Plätze derer ein, die in der Wissenschaft als Sterne erster Größe geglänzt und die Jugend zum Schönsten und Edelsten angeregt haben. Wiese, ein Parvenü der der Welt zeigen will, was er vermag, bringt sie ohne Rücksicht auf Peter als Einschub vor die wenigen guten Kräfte die da noch wirken und zurückgesetzt, sich genöthigt sehen müssen, anders wohin zu gehen; und der Grund: weil Wiese behauptet, seit Jahren habe Pforte dem Staate nur Atheisten, Demokraten oder Säufer geliefert. Nun wenn der Regierung d. h. dem ultrareactionären Cultusministerium eine Schaar jugendlicher Heuchler lieber ist, mag sie mit den neusten Maßregeln wohl zum Ziele kommen. Uns bleibt der Trost, noch im Schein der untergehenden Sonne gestanden zu haben; die Nacht kann nicht ewig währen." (Now take note that I recently met Corssen in Berlin and of course greeted him. He looked worn out, I hope just from work; I was wistful in my heart and we talked about Pforta and the reaction there. [Wilhelm Paul Corssen (1820-1875): a favorite teacher of Nietzsche and Gersdorff, who left Pforta to continue his philological studies in Berlin.] Unknown people [at Pforta] are taking the place of those scholars who have shone as stars of the first magnitude and inspired youth to the finest and noblest things. Wiese [Ludwig Wiese (1806-1890): Pedagogue and, at the time, head of higher education in the Prussian Ministry of Culture.], a parvenu who wants to show the world what he is capable of, without regard for [Karl Ludwig] Peter [(1808-1893): rector of Schulpforta from 1856-1873], foists himself upon the few good staff members that are still at work there and must feel compelled to go somewhere else; and the reason: because Wiese claims that for years Pforta has only supplied the state with atheists, democrats or drunkards. Now if the government, i.e. the ultra-reactionary Ministry of Culture prefers a band of youthful hypocrites, it may well achieve its goal with the latest measures. We have the consolation of still having stood in the glow of the setting sun; the night cannot last forever.)
5. Paul Deussen's graduate dissertation was published as Commentatio de Platonis Sophistae compositione ac doctrina. Bonn: A. Marcus, 1869.
6. Naumburg, End April / Early May 1868: Letter to Paul Deussen in Berlin.
7. Alluding to Paul Deussen's doctoral examination, which took place in Marburg not Berlin.
8. Rudolf Kleinpaul (1845-1918).
9. Ernst Wilhelm Oskar Windisch (1844-1918): his friend and classmate at Leipzig. See his entry in Nietzsche's Library.
10. 1: "De Laertii Diogenis fontibus, 1-2." In: Rheinisches Museum für Philologie 23 (1868): 632-653. HTML. 2: "Beiträge zur Kritik der griechischen Lyriker I, Der Danae Klage." In: Rheinisches Museum für Philologie 23 (1868): 480-489. HTML. See the explanations here.
11. Cf. Naumburg, 04-06-1867: Letter to Carl von Gersdorff in Spandau.
12. Hermann Stedefeldt (1844-1870): a schoolmate at Pforta who died in the Franco-Prussian War.
13. "The will stands in place of reason." Cf. Juvenal, Satires (6.223).
14. Jacob Bernays (1824-1881): German philologist in Bonn.
15. Friedrich Ritschl (1806-1876): Nietzsche's philology professor in Bonn and Leipzig. Moritz Haupt (1808-1874): German philologist in Berlin. Karl Ludwig Lehrs (1802-1878): German philologist in Königsberg. Theodor Bergk (1812-1881): German philologist in Bonn. Theodor Mommsen (1817-1903): German philologist in Berlin.
16. Lucian Müller (1836-1898): German philologist in St. Petersburg.
17. Valentin Rose (1829-1916): German philologist in Berlin. Johann Carl Otto Ribbeck (1827-1898): German philologist, who at the time was a professor at the University of Kiel, where he taught and mentored Erwin Rohde. Franz Bücheler (1837-1898): German philologist in Greifswald and student of Friedrich Ritschl in Bonn. Curt Wachsmuth (1837-1905): German philologist in Marburg and Friedrich Ritschl's son-in-law.
18. Erwin Rohde, Über Lucian's Schrift Lukios e Onos und ihr Verhältniss zu Lucius von Patrae und den Metamorphosen des Apulejus. Eine litterarhistorische Untersuchung. Leipzig: Engelmann, 1869.
19. An allusion to Nietzsche's discovery of Arthur Schopenhauer's Die Welt als Wille und Vorstellung. See the entry for Schopenhauer in Nietzsche's Library.
20. Friedrich August Wenkel (1832-1894): chief pastor of the St. Wenzel church in Naumburg (1865-1894).
21. Friedrich Daniel Schleiermacher (1768-1834), David Friedrich Strauss (1808-1874): German theologians.
22. Alluding to his riding accident.

1868 Correspondence
Translated, annotated, and illustrated.

 


Paul Deussen.
From b/w photo, 1864.
Colorized and enhanced image ©The Nietzsche Channel.

Naumburg, June 2, 1868:
Letter to Paul Deussen.

My dear friend,

I assume that it will take you less time to read a letter than to write it, and therefore allow me to interrupt your deep work in a harmless and perhaps refreshing way. Basically, I am just catching up on what I missed recently, when the Pforta school festival1 made me hope more vividly than ever that I would see you face to face again. At that time, the material for the finest conversations was on my lips; in festive garb I waited for a well-known step to rumble up the stairs — and waited in vain. None of the band of my Pforta acquaintances (except Schenkio2) found that festival worthy of attention — and I did not pay attention to it myself, in fact I was not even present at the guest reception, nor in the gymnasium or on the mountain days. For what held me back above all was my illness,3 which has not yet been alleviated, which I fight with all sorts of devices and which is more persistent than even a patient man's mood can bear. On the whole, however, the current Pforta is not an object of sympathy for me either: we still like to think of it as a former lover, but would not really be happy to see how the apostates are enjoying themselves with their new lover. For this lover is also too sleazy, above all too dirty.4

I heard from the mouths of the folks that you were living at home — and this explained to me sufficiently why you had not come. What this mouth added "You are immersed in Aristotle" will probably likewise be correct mutato nomine.5 In any case, I was very angry that such a beautiful hope had slipped between my fingers; because I had resolved to detain you in Naumburg by force in order to share with one another the "important" results and experiences that young people who are at the end of the first third of their lives tend to have in their hearts. There is, for example, the great fact of a beard and the small fact of a philosophy of life, there is the raised angle of a silk hat, etc. —

By the way, it just occurred to me that an evil demon had perhaps prevented my last letter6 from ever reaching your hands. I sent it to Berlin at your old address. It contained news of my illness and some philology, if I remember correctly. It always annoys me when letters to my friends get lost: for I cannot bring my heart to discuss the same matter twice.

Incidentally, if you leave your home again to suffer the ordeal in Berlin,7 just force yourself to travel via Naumburg. Here I want to whisper all sorts of beautiful magic formulas into your ear, so that the devil does not devour you. In the meantime I wish you the clearest vision and the happiest perseverance in completing your work. My life-plans (which of course fate, the great censor, will alter a lot) are initially these. A trip to Paris is planned for next year, where I do not intend to stay for less than a year. My friends Rohde and Dr[.] Kleinpaul8 will accompany me. Afterwards I will probably habilitate in Leipzig, where another friend, Dr Windisch,9 is establishing himself for Sanskrit requirements, and where I am still in contact with the philological community through the flourishing philological society.

Soon I will hopefully be able to send you my Laertianum and another essay, both of which are printed in the Rhein. Mus.10 The latter deals with that beloved Danaelied, the good taste of which is still on the tip of my tongue from Bonn. Greater literary intentions are growing in me from day to day, and I am likewise preparing myself mentally for the profession of a university teacher by thinking a lot about the right method of teaching and learning for myself, about the extent and the needs of current philology.11

Enough about me. Yesterday, however, I spoke to someone who had met you frequently and shared some details with me about your studies etc. This is Stedtefeld,12 currently a teacher in Schulpforta. He complained a bit about your all too easily aroused enthusiasm, about the speed and scope of your plans, to which the necessary perseverance did not correspond. Well, dear friend, such things I forgive first of all; yes, I praise this ability, because it will prevent you from falling into the swamp into which so many young philologists end up. They are concerned with the anxious effort to be able to show a scientific deed as soon as possible and therefore fall furiously upon a writer who is supposed to give them the opportunity and material for such deeds. Even with these poor ambitious people stat pro ratione voluntas:13 they are not plagued by a creative instinct as much as by the will to be creative. And woe betide the reason, which is only taken in tow by the will: incidentally, these natures are precisely the most pretentious.

In general, you will find that most philologists have a moral eccentricity somewhere. To some extent, this can even be explained physically, insofar as they are compelled to live a life contrary to nature, to overfeed their minds with meaningless supplies, to neglect their spiritual development at the expense of memory and judgment. Especially the beautiful capacity for enthusiasm is rarest among contemporary philologists: overconfidence and vanity show up as sad substitutes for it. It literally pained me to hear this from Bernays14 too, whom I am accustomed to regard as the most brilliant representative of a philology of the future (that is, the next generation after Ritschl, Haupt, Lehrs, Bergk, Mommsen, etc.15). The same applies to Lucian Müller,16 the most gifted guttersnipe of our philology. Yes, mention any name you like, think of V. Rose or Ribbeck, or Bücheler, or Wachsmuth, etc.;17 a strange respect for one's own nature and a lack of genuine enthusiasm are everywhere to be seen.

When these people warm up, when their nature, their language, their thinking begins to flow and gain momentum, then they will possess the feeling of their procreative power: they will warm up as artists, not as ethicists. But only the ethicist knows true enthusiasm, which is selfless through and through.

Now, my dear friend, I would like to ask you to write me a very detailed letter about your work; yes, I have nothing against you sending me the same. You shall then hear from me what a more frank friend has partly to praise and partly to blame. In particular, if your work were to touch upon the question of authenticity, for example, my interest in it would be doubled. Just spare me a collection of conjectures.

An exemplary work by a friend only recently came into my hands , written by my friend E. Rohde in Kiel. With no one in the world am I so united than with him, both on philosophical-ethical matters as well as philological demands and desires. His treatise on "Lucian's _<@l in relation to Lucius of Paträ and Apulejus," has recently been sent to the Rhenische Museum.18

Incidentally, Rohde is also one of those seduced people who have found their intellectual center in Schopenhauer. My greatest joy of late has been recruiting enthusiastic followers here and there for this name. What will you say to the fact that the eminent chief pastor Wenkel, who went over to that camp with flags flying, also belongs to these? He recently confessed to me that he had only now learned what philosophy is and that what philosophers other than Kant and Schopenhauer have achieved is basically nothing. I literally warm myself with these flames of enthusiasm that remind me of my "first love."19 Even the men whom Wenkel20 held in such high esteem, such as Schleiermacher and Strauss,21 have now become pale and colorless to him.

But why am I telling you this? Certainly not to make you angry. Basically just to prove to you that my taste is not as paradoxical on this point as it may sometimes seem to my friend

Paul Deussen.

Commend me quite well to your esteemed relatives; I sometimes think of your home with great pleasure. — By the way, write to me soon, just address it to Naumburg: the letter will reach me even while I still have life.22 But even this flickering thing can be extinguished at some point.

1. Schulpforta, 05-21-1868.
2. Theodor Schenk (1845-1883).
3. In March 1868, Nietzsche sustained a severe injury to his sternum in a riding accident.
4. Cf. excerpt from Spandau, 03-26-1867: Letter from Carl von Gersdorff. "Nun noch zur Notiz, daß ich neulich in Berlin Corssen begegnet bin und ihn natürlich begrüßt habe. Er sah abgespannt aus, so ich hoffe von der Arbeit; mir war es wehmütig ums Herz und wir sprachen von Pforta und der dortigen Reaction. Unbekannte Männer nehmen die Plätze derer ein, die in der Wissenschaft als Sterne erster Größe geglänzt und die Jugend zum Schönsten und Edelsten angeregt haben. Wiese, ein Parvenü der der Welt zeigen will, was er vermag, bringt sie ohne Rücksicht auf Peter als Einschub vor die wenigen guten Kräfte die da noch wirken und zurückgesetzt, sich genöthigt sehen müssen, anders wohin zu gehen; und der Grund: weil Wiese behauptet, seit Jahren habe Pforte dem Staate nur Atheisten, Demokraten oder Säufer geliefert. Nun wenn der Regierung d. h. dem ultrareactionären Cultusministerium eine Schaar jugendlicher Heuchler lieber ist, mag sie mit den neusten Maßregeln wohl zum Ziele kommen. Uns bleibt der Trost, noch im Schein der untergehenden Sonne gestanden zu haben; die Nacht kann nicht ewig währen." (Now take note that I recently met Corssen in Berlin and of course greeted him. He looked worn out, I hope just from work; I was wistful in my heart and we talked about Pforta and the reaction there. [Wilhelm Paul Corssen (1820-1875): a favorite teacher of Nietzsche and Gersdorff, who left Pforta to continue his philological studies in Berlin.] Unknown people [at Pforta] are taking the place of those scholars who have shone as stars of the first magnitude and inspired youth to the finest and noblest things. Wiese [Ludwig Wiese (1806-1890): Pedagogue and, at the time, head of higher education in the Prussian Ministry of Culture.], a parvenu who wants to show the world what he is capable of, without regard for [Karl Ludwig] Peter [(1808-1893): rector of Schulpforta from 1856-1873], foists himself upon the few good staff members that are still at work there and must feel compelled to go somewhere else; and the reason: because Wiese claims that for years Pforta has only supplied the state with atheists, democrats or drunkards. Now if the government, i.e. the ultra-reactionary Ministry of Culture prefers a band of youthful hypocrites, it may well achieve its goal with the latest measures. We have the consolation of still having stood in the glow of the setting sun; the night cannot last forever.)
5. Paul Deussen's graduate dissertation was published as Commentatio de Platonis Sophistae compositione ac doctrina. Bonn: A. Marcus, 1869.
6. Naumburg, End April / Early May 1868: Letter to Paul Deussen in Berlin.
7. Alluding to Paul Deussen's doctoral examination, which took place in Marburg not Berlin.
8. Rudolf Kleinpaul (1845-1918).
9. Ernst Wilhelm Oskar Windisch (1844-1918): his friend and classmate at Leipzig. See his entry in Nietzsche's Library.
10. 1: "De Laertii Diogenis fontibus, 1-2." In: Rheinisches Museum für Philologie 23 (1868): 632-653. HTML. 2: "Beiträge zur Kritik der griechischen Lyriker I, Der Danae Klage." In: Rheinisches Museum für Philologie 23 (1868): 480-489. HTML. See the explanations here.
11. Cf. Naumburg, 04-06-1867: Letter to Carl von Gersdorff in Spandau.
12. Hermann Stedefeldt (1844-1870): a schoolmate at Pforta who died in the Franco-Prussian War.
13. "The will stands in place of reason." Cf. Juvenal, Satires (6.223).
14. Jacob Bernays (1824-1881): German philologist in Bonn.
15. Friedrich Ritschl (1806-1876): Nietzsche's philology professor in Bonn and Leipzig. Moritz Haupt (1808-1874): German philologist in Berlin. Karl Ludwig Lehrs (1802-1878): German philologist in Königsberg. Theodor Bergk (1812-1881): German philologist in Bonn. Theodor Mommsen (1817-1903): German philologist in Berlin.
16. Lucian Müller (1836-1898): German philologist in St. Petersburg.
17. Valentin Rose (1829-1916): German philologist in Berlin. Johann Carl Otto Ribbeck (1827-1898): German philologist, who at the time was a professor at the University of Kiel, where he taught and mentored Erwin Rohde. Franz Bücheler (1837-1898): German philologist in Greifswald and student of Friedrich Ritschl in Bonn. Curt Wachsmuth (1837-1905): German philologist in Marburg and Friedrich Ritschl's son-in-law.
18. Erwin Rohde, Über Lucian's Schrift Lukios e Onos und ihr Verhältniss zu Lucius von Patrae und den Metamorphosen des Apulejus. Eine litterarhistorische Untersuchung. Leipzig: Engelmann, 1869.
19. An allusion to Nietzsche's discovery of Arthur Schopenhauer's Die Welt als Wille und Vorstellung. See the entry for Schopenhauer in Nietzsche's Library.
20. Friedrich August Wenkel (1832-1894): chief pastor of the St. Wenzel church in Naumburg (1865-1894).
21. Friedrich Daniel Schleiermacher (1768-1834), David Friedrich Strauss (1808-1874): German theologians.
22. Alluding to his riding accident.

Nietzsche in the Arts: 1890-Present
Over 1,500 works of art.

Latest Additions.

 
 


"Friedrich Nietzsche."
By: Gerhard Brandt.1
Pencil drawing, Sept. 1928.2
© Klassik Stiftung Weimar.
Enhanced image The Nietzsche Channel.

"Ein künstlerisch interessierter Jünger Friedrich Nietzsche erlaubt sich Ihnen einige Steinzeichnungen (als Erstdrucke) und eine Bleistiftzeichnung verehrend zuzueignen. Diese Blätter eines zwei und zwanzigjährigen Jüngling', die dem tiefsten Erlebnis nietzschischen Schaffens, besonders dem Leben des einsamen Nietzsche entsprungen sind, geben die Studien zu einem Zyklus 'Lieder um Nietzsche' wieder." (An artistically-interested disciple of Friedrich Nietzsche takes the liberty of devotedly sending to you some stone drawings (as first prints) and a pencil drawing. These pages of a twenty-two-year-old youth, which arose from the most profound experience of Nietzschean creativity, especially from the life of the lonely Nietzsche, portray studies for a cycle "Songs about Nietzsche.")3

"Nicht durch Zorn, sondern durch Lachen tödtet man. Auf, lasst uns den Geist der Schwere tödten! (Not through wrath, but through laughter does one kill. Come, let us kill the spirit of gravity!)

Ich habe gehen gelernt: seitdem lasse ich mich laufen. Ich habe fliegen gelernt: seitdem will ich nicht erst gestossen sein, um von der Stelle zu kommen. (I have learned to walk: since then I have let myself run. I have learned to fly: since then I do not want to be pushed first in order to get going.)

Jetzt bin ich leicht, jetzt fliege ich, jetzt sehe ich mich unter mir, jetzt tanzt ein Gott durch mich." (Now I am light, now I am flying, now I see myself beneath myself, now a god dances through me.)4

1. Gerhard Brandt (1906-?): German autodidactic artist in Leipzig. Brandt corresponded with the Nietzsche Archive from 1928-1931. See GSA 72/BW 649; GSA 72/1774 (correspondence of Max Oehler: Jan.-Jun. 1931); GSA 72/1775 (correspondence of Max Oehler: Jul.-Dec. 1931). Brandt's works on Nietzsche include: a lithograph (1928a); a lithograph (1928b); and a drawing (1928c).
2. 41.5 x 29 cm. Signed bottom-right: "Gerhard Brandt." Dated bottom-right below leg: "Sept. 1928." Bottom-left: "[illegible]." Dedication at bottom: "Frau Elisabeth Förster-Nietzsche / in aufrichtigster Verehrung zugeeignet." (Frau Elisabeth Förster-Nietzsche / dedicated with the most sincere devotion.) Drawing depicts Nietzsche in left-profile; in the shaded portion of the back of the head, a naked man strides forth. The 1928 date is also confirmed by Brandt's correspondence with Elisabeth Förster-Nietzsche (see Note 3 below). Cf. Jürgen Krause, "Märtyrer" und "Prophet." Studien zum Nietzsche-Kult in der bildenden Kunst der Jahrhundertwende. Berlin; New York: de Gruyter, 1984, 238.
3. Excerpt from Leipzig, 09-15-1928: Letter from Gerhard Brandt to Elisabeth Förster-Nietzsche in Weimar. See Goethe-Schiller Archive (GSA 72/BW 649).
4. Excerpt from Also sprach Zarathustra, 1, "Vom Lesen und Schreiben" (Thus Spoke Zarathustra, 1, "On Reading and Writing").

 
 


Friedrich Nietzsche.
By: Jean-Willy de Boé.1
Bust, cast cement, ca. 1928.2
Enhanced image The Nietzsche Channel.

"Sie sagte mir selber, sie habe keine Moral — und ich meinte, sie habe gleich mir eine strengere als irgend Jemand!" (She told me herself that she had no morality — and I thought she had, like myself, a more severe morality than anybody!)3

"Der Versucher. Es giebt vielerlei Augen. Auch die Sphinx hat Augen: und folglich giebt es vielerlei 'Wahrheiten,' und folglich giebt es keine Wahrheit." (The tempter. There are many kinds of eyes. Even the sphinx has eyes: and consequently there are many kinds of "truths," and consequently there is no truth.)4

1. Jean-Willy de Boé (1885-after 1976): Swiss artist from Lucerne, self-taught. His daughter, Thaïs de Boé (1925-1986), was married to the Italian artist Sergio Cecchi (1921-1987). His son, Wilfred de Boé (1924-2007), was a renowned pianist.
2. Height: 60 cm. Owned by the Nietzsche-Haus, Sils Maria.
3. Excerpt from Rapallo, last week of December 1882: Draft of a Letter from Nietzsche to Paul Rée in Stibbe (referring to Lou Salomé). German; English.
4. Nachlass, April-Juni 1885 34[230] (From Nietzsche's Notebooks, April-June 1885 34[230]).

 
 


Head of Nietzsche with snake and eagle.
Arthur Schopenhauer and Richard Wagner below.
By: Gerhard Brandt.1
Lithograph, n.d. (ca. 1928).2
© Klassik Stiftung Weimar.
Enhanced image The Nietzsche Channel.

"Ein künstlerisch interessierter Jünger Friedrich Nietzsche erlaubt sich Ihnen einige Steinzeichnungen (als Erstdrucke) und eine Bleistiftzeichnung verehrend zuzueignen. Diese Blätter eines zwei und zwanzigjährigen Jüngling', die dem tiefsten Erlebnis nietzschischen Schaffens, besonders dem Leben des einsamen Nietzsche entsprungen sind, geben die Studien zu einem Zyklus 'Lieder um Nietzsche' wieder." (An artistically-interested disciple of Friedrich Nietzsche takes the liberty of devotedly sending to you some stone drawings (as first prints) and a pencil drawing. These pages of a twenty-two-year-old youth, which arose from the most profound experience of Nietzschean creativity, especially from the life of the lonely Nietzsche, portray studies for a cycle "Songs about Nietzsche.")3

1. Gerhard Brandt (1906-?): German autodidactic artist in Leipzig. Brandt corresponded with the Nietzsche Archive from 1928-1931. See GSA 72/BW 649; GSA 72/1774 (correspondence of Max Oehler: Jan.-Jun. 1931); GSA 72/1775 (correspondence of Max Oehler: Jul.-Dec. 1931). Brandt's works on Nietzsche include: a lithograph (1928a); a lithograph (1928b); and a drawing (1928c).
2. VIEW LARGER IMAGE. Head of Nietzsche in the center; Arthur Schopenhauer at bottom-left; Richard Wagner playing piano at bottom-right; a snake rising up to an eagle perched on a rock, with a sea in the upper background. 37.5 x 33.2 cm. Lithograph on gray-brown paper. Text in pencil, bottom-left: "Probedruck" (artist's proof); bottom-right: "Gerh. Brandt." At the absolute bottom of the proof is illegible faint text (enhanced here by TNC), which seems to read: "Vorwort zum Zyklus 'Lieder um Nietzsche.'" (Prologue to the Cycle "Songs about Nietzsche.") Coincidentally, "Songs of Zarathustra" was the original title of Nietzsche's Dionysus-Dithyrambs. The ca. 1928 date is based on Brandt's correspondence with Elisabeth Förster-Nietzsche (see Note 3 below). View a colorized and enhanced reproduction by TNC based on and cropped from the larger b/w original.
3. Excerpt from Leipzig, 09-15-1928: Letter from Gerhard Brandt to Elisabeth Förster-Nietzsche in Weimar. See Goethe-Schiller Archive (GSA 72/BW 649).

 
 


"Nietzsche."
By: Anonymous.1
Trade card, 1931.2
Enhanced image The Nietzsche Channel.

Robert Berger Schokoladenfabrik (now Berggold) in Pößneck was founded in 1876 by Robert Berger (1851-1911). Julius Neumann (1864-1923) ran and was involved with the chocolate manufacturer until his death — officially ruled a "hunting accident" but probably a suicide — in 1923. Erwin Rebling then took over, and was the owner when this trade card was produced.3

1. Unknown artist, probably German.
2. VIEW LARGER IMAGE. 2.2 x 3.75 inches. Rare chocolate tradecard produced by the Robert Berger Schokoladenfabrik, in Pößneck. From the set "Berger-Reklamekarten," 1931. Obverse: "Nietzsches Geburtshaus in Röcken." (Nietzsche's birthplace in Röcken.) Reverse: illustration of the chocolate factory. "Seit mehr als 50 Jahren bestehend." (In existence for more than 50 years.) View the original illustration of the chocolate factory.
3. Read three recent articles about the history of the company: one about Berger's villa; and a two-part piece about Julius Neumann (Part 1, Part 2).

 
 


Illustration of Nietzsche on a dust-jacket.
By: Anonymous.1
Unknown medium, 1932.2
Enhanced image The Nietzsche Channel.

"To most persons the name 'Nietzsche' connotes an abstract philosophy composed of pessimism, fatalism, a certain hardbitten disregard for the ordinarily accepted humanities. In Son of the morning Edward J. O'Brien has written a warm, human story, a story of the man Nietzsche, of a sensitive and deeply religious childhood, and of a defense mechanism which Nietzsche set up to shield him from the pain of living. He tells, as completely as possible, for the first time much of the story of Nietzsche's unrequited love for Cosima Wagner and its tragic ending, and shows how it permanently influenced his philosophy and changed the history of European thought."3

1. Unknown artist, probably American. The dust-jacket illustration was created for Edward J. O'Brien's Son of the Morning. A Portrait of Friedrich Nietzsche. New York: Robert O. Ballou, 1932. The book contains several photographs, including Louis Held's reproduction of a photo of Nietzsche taken by Friedrich Anders-Paltzow in 1868. O'Brien's book was published by Robert O. Ballou (1898-1977), a journalist, editor and publisher. In 1932 he was briefly vice-president of the firm of Jonathan Cape and Robert Ballou. From 1932 to 1935 he ran his own publishing company, Robert O. Ballou, but he wound up the firm and went to work for other publishers including Jonathan Cape and then Viking Press. For further information, see Peter Dzwonkoski, American Literary Publishing Houses, 1900-1980. (Series: Dictionary of Literary Biography, Vol. 46). Detroit: Gale, 1986, p. 33. Ballou's obituary in The New York Times 10-14-1977, p. 28.
2. VIEW LARGER IMAGE. The image has been cropped from the original dust-jacket.
3. Text from the dust-jacket of: Edward Joseph Harrington O'Brien, Son of the Morning. A Portrait of Friedrich Nietzsche. New York: Robert O. Ballou, 1932.

 
 


Nietzsche.
© Barbara Müller-Wiesinger.1
Ink on paper, 2001.2
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Barbara Müller-Wiesinger.

"Seine 'Einzelheit' kennen. — Wir vergessen zu leicht, dass wir im Auge fremder Menschen, die uns zum ersten Male sehen, etwas ganz Anderes sind, als Das, wofür wir uns selber halten: meistens Nichts mehr, als eine in die Augen springende Einzelheit, welche den Eindruck bestimmt. So kann der sanftmüthigste und billigste Mensch, wenn er nur einen grossen Schnurrbart hat, gleichsam im Schatten desselben sitzen, und ruhig sitzen, — die gewöhnlichen Augen sehen in ihm den Zubehör zu einem grossen Schnurrbart, will sagen: einen militärischen, leicht aufbrausenden, unter Umständen gewaltsamen Charakter — und benehmen sich darnach vor ihm." (Knowing one's "individuality." — We forget too easily that in the eyes of strangers who are seeing us for the first time, we are something quite different from what we consider ourselves to be: usually nothing more than a striking detail determines the impression. Thus the gentlest and most reasonable man, if he merely has a big mustache, can sit as it were in its shade and sit comfortably — ordinary eyes will see in him the appurtenance of a big mustache, that is to say: a military character, quick-tempered, occasionally violent — and treat him accordingly.)3

1. Barbara Müller-Wiesinger (1939-): German artist in Freiburg.
2. VIEW LARGER IMAGE. Cover illustration for: Manfred Eger, Nietzsches Bayreuther Passion. Freiburg (Breisgau): Rombach, 2001.
3. Morgenröthe, §381 (Dawn, §381).

 

Bad Boy Nietzsche.
© Robert Andrew Parker.1
Aquatint, [unknown date, ca. 2000].2
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Robert Andrew Parker.

"The perspective offered by this play — about a philosopher who preached 'perspectivism' — is from within the seeds of his own madness, which we choose to hypothesize as having been present not only in later years, when he [purportedly] flew to embrace a horse being beaten on the streets of Turino, but also in healthier years (and may we all productively touch such hidden madness!), fueling the fire of his epoch-shattering philosophy and, in effect, turning everything provocatively upside down (as if he were walking upside down on the other side of the world — in China — as this play fantasizes!)."3

1. Robert Andrew Parker (1927-): American artist. Studied at the Art Institute of Chicago, 1948-1952. Also spent the summer of 1952 at the Skowhegan School of Painting and Sculpture, studying under Jack Levine (1915-2010). Parker's printmaking skills were developed at Atelier 17 in New York in 1952-53.
2. 13 ½ x 28 ½ inches. Signature in pencil below the work at lower-right, "Robert Andrew Parker"; title in pencil lower-center "Bad Boy Nietzsche"; "A.[rtist's] P.[roof]" at lower-left. Triptych depicting Richard Foreman's avant-garde off-Broadway play, which premiered in January 2000.
3. Excerpt from Richard Foreman, "Author's Note." In: Bad Boy Nietzsche and Other Plays. New York: Theatre Communications Group, 2007, 5. Alluding to the apocryphal tale of Nietzsche and a horse in Turin.

Nietzsche. Late Prefaces.
Translated and annotated, with an introduction.

We wrote this in 2019 but hit a roadblock along the way. We have translated and annotated all the prefaces, and will finish the introduction soon. It will go on sale after that. It would make an interesting book for a class on Nietzsche.
The cover image is from a 1910 painting of the Hotel Edelweiss in Sils Maria, which Nietzsche frequented.

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