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Frühjahr 1884 25 [1-100]

25 [1]

Die
ewige Wiederkunft.

Eine Wahrsagung.

Von
Friedrich Nietzsche.


Erstes Hauptstück:
Es ist Zeit!

25 [2]

(Nizza, März 1884.)

Meine nächsten Aufgaben:

Moral für Moralisten.

Selbst-Erlösung.

Die ewige Wiederkunft.
    Dionysische Tänze und Fest-Lieder.

25 [3]

“Das Paradies ist unter dem Schatten der Schwerter.” Orient[alisch] [Vgl. Ralph Waldo Emerson, Versuche (Essays), aus dem Englischen von G. Fabricius. Hannover: Carl Meyer, 1858:179.]

25 [4]

“Geradezu stoßen die Adler” Olof Haraldssons Saga. [Vgl. Anders Magnus Strinnholm, Die Wikingszüge, Staatsverfassung und Sitten der alten Skandinavier. Aus dem Schwedischen von Dr. C. F. Frisch, Subrector am Deutschen National-Lyceo in Stockholm. Zweiter Theil. Staatsverfassung und Sitten. Hamburg: Perthes, 1841:270. s. Nietzsche's Library. New Sources of Nietzsche's Reading: Anders Magnus Strinnholm.]

25 [5]

“Wer der Wahrheit zu nahe auf dem Fuße folgt, läuft Gefahr, daß ihm einmal der Kopf eingeknickt wird.” englisches Sprüchwort [Vgl. François Guizot, Geschichte Richard Cromwells und der Wiederherstellung des Königthums in England von François Guizot. Mit dem Portrait des Generals Monk. Leipzig: Lorck, 1856:141. s. Nietzsche's Library. New Sources of Nietzsche's Reading: François Guizot.]

25 [6]

Die ewige Wiederkunft
Eine Wahrsagung.

Erstes Hauptstück.
“Es ist Zeit!”

Zweites Hauptstück.
Der große Mittag.

Drittes Hauptstück.
Die Gelobenden.

25 [7]

1.

Meine Freunde, ich bin der Lehrer der ewigen Wiederkunft.

Das ist: ich lehre daß alle Dinge ewig wiederkehren und ihr selber mit—, und daß ihr schon unzählige Male dagewesen seid und alle Dinge mit euch; ich lehre, daß es ein großes langes ungeheures Jahr des Werdens giebt, das, wenn es abgelaufen, ausgelaufen ist, gleich einer Sanduhr immer wieder umgedreht wird: so daß alle diese Jahre sich selber gleich sind, im Kleinsten und in Größten.

Und zu einem Sterbenden würde ich sprechen: “Siehe, du stirbst und vergehst jetzt und verschwindest: und da ist Nichts, das von dir als ein ‘Du’ übrig bliebe, denn die Seelen sind so sterblich wie die Leiber. Aber dieselbe Gewalt von Ursachen, welche dich dies Mal schuf, wird wiederkehren und wird dich wiederschaffen müssen: du selber, Stäubchen vom Staube, gehörst zu Ursachen, an denen die Wiederkehr aller Dinge hängt. Und wenn du einstmals wiedergeboren wirst, so wird es nicht zu einem neuen Leben oder besseren Leben oder ähnlichen Leben sein, sondern zu einem gleichen und selbigen Leben, wie du es jetzt beschließest, im Kleinsten und im Größten.”

Diese Lehre ist noch nicht auf Erden gelehrt worden: nämlich auf der diesmaligen Erde und im diesmaligen großen Jahre.

* * *

2.

“Dans le véritable amour c’est l’âme, qui enveloppe le corps.” [Vgl. Astolphe Custine, Le monde comme il est. Vol. 1. Paris: E. Renduel, 1835:102.]

25 [8]

Wer in unsrer Zeit jung war, der hat zu Viel erlebt: vorausgesetz, daß er zu den Wenigen gehört, die noch tief genug sind zu “Erlebnissen.” Den Allermeisten nähmlich fehlt jetzt diese Tiefe und gleichsam der rechte Magen: sie kennen daher auch die Noth jenes rechten Magens nicht, welcher mit jedem Erlebniß “fertig werden” muß, die größten Neuigkeiten fallen durch sie hindurch. Wir Andern haben zu schwere, zu mannichfache, zu überwürtze Kost hinunterschlucken müssen, als wir jung waren: und wenn wir schon den Genuß an seltsamen und unerhörten Speisen voraus haben vor den Menschen einfacherer Zeiten, so kennen wir das eigentliche Verdauen, das Erleben, Hineinnehmen, Einverleiben fast nur als Qual.

25 [9]

Meine Freunde, wir haben es hart gehabt, als wir jung waren: wir haben an der Jugend selber gelitten wie an einer schweren Krankheit. Das macht die Zeit, in die wir geworfen sind,—die Zeit eines großenimmer schlimmeren Verfallens und Auseinanderfallens, welche mit allen ihren Schwächen und noch mit ihrer besten Stärke dem Geiste dr Jugend entgegen wirkt. Das Auseinanderfallen, also die Ungewißheit ist dieser Zeit eigen: nichts steht auf festen Füßen und hartem Glauben an sich: man lebt für morgen, denn das Übermorgen ist zweifelhaft. Es ist Alles glatt und gefährlich auf unsrer Bahn, und dabei ist das Eis, das uns noch trägt, so dünn geworden: wir fühlen Alle den warmen unheimlichen Athem des Thauwindes—wo wir noch gehen, da wird bald Niemand mehr gehen können.

Ich habe einsam gelebt und mich tüchtig und herzhaft in den Mantel der Einsamkeit gewickelt: das gehört zu meiner Klugheit. Es ist jetzt sogar viel List nöthig, um sich selber zu erhalten, selber oben zu erhalten. Jeder Versuch, es in der Gegenwart, mit der Gegenwart auszuhalten, jede Annäherung an die Menschen und Ziele von heute, ist mir bisher mißrathen; und ich habe die verborgene Weisheit meiner Natur angestaunt, welche bei allen solchen Versuchen sofort durch Krankheit und Schmerz mich wieder zu mir selber zurück ruft.

Es versteht sich von selber, daß ich Alles das kenne, was man die Leiden des Genies nennt: die Verkennung, Vernachlässigung, die Oberflächlichkeit jeden Grades, die Vrdächtigung, die Heimtücke; ich weiß, wie Manche uns wohl zu thun glauben, wenn sie uns in “bequemere” Lagen, unter geordnete zuverlässige Menschen zu bringen suchen; ich habe den unbewußten Zerstörungs-trieb bewundert, den alle Mittel-mäßigkeit gegen uns bethätige, und zwar im besten Glauben an ihr Recht dazu. In manchen allzu erstaunlichen Fälle habe ich mich meines alten trostes vertröstet: dies ist—französisch zu reden—la bêtise humaine—ein Ding, das mich im Grunde immer mehr ergötzt als verdrossen hat. Es gehört zu der großen Narrethei, deren Anblick uns höhere Menchen am Leben festhalten läßt. Und wenn mein Auge sich nicht täuscht: so ist hundert Mal mehr Dummheit in allem menschlichen Handeln als geglaubt wird. Insgleichen aber ist der Anblick der tiefen feinen ihrer selber sicheren, ihrer selber aber gänzlich unbewußten Heuchelei unter allen guten dicken braven Menschen für den, der sie sehen kann, ein Ding zum Entzücken: und im Gegensatz zur bêtise humaine ist hier die unbewußte Verschlagenheit entzückend.

25 [10]

Die Leidenschaften benutzen wie den Dampf zu Maschinen. Selbst-Überwindung.

25 [11]

Als Knabe war ich Pessimist, so lächerlich dies klingt: einige Zeilen Musik aus meinem zwölften, dreizehnten Lebens-Jahre sind im Grunde von Allem, was ich an rabenschwarzer Musik kenne, das Schwärzeste und Entschiedenste. Ich habe bei keinem Dichter oder Philosophen bisher Gedanken und Worte gefunden, die so sehr aus dem Abgrunde des letzten Neinsagens herauskämen, in dem ich selber zeitweilig gesessen habe; und auch was Schopenhauer betrifft, bin ich den Glauben nicht losgeworden, daß er zwar viel guten Willen zum P[essimismus] gehabt hat, aber auch einen viel besseren Widerwillen: den hat er nicht genug zu Worte kommen lassen, dank jenem dummen Genie-Aberglauben, den er von den Romantikern gelernt hatte, und dank seiner Eitelkeit, welche ihn zwang, auf einer Philosophie sitzen zu beleiben, die aus seinem 26ten Lebensjahre stammte und auch zu diesem Lebensalter gehört—wie wir Alle recht aus dem Grunde wissen, nicht wahr, meine Freunde?

25 [12]

Wie groß das Gefühl der Unsicherheit ist: das verräth sich am meisten in dem Entzücken an kleinen festen Tathsachen (eine Art von “fait-alisme,” über Frankreich herrscht)—eine Art Wahsinn, die auf Erden noch nicht da war: und nicht nur die Wissenschaft, sondern auch ein großer Theil der gegenwärtigen Kunst entstammt diesem Bedürfniß. Es verkleidet sich oft: z.B. in die Forderung der Unpersönlichkeit des Künstlers—das Werk selber soll ihn nicht verrathen, sondern wie ein getreuer Spiegel irgend ein factum bis ins Kleinste wiedergeben, feststellen: aber dies Bedürfniß selber nach solchen facten, die Stand halten, gleichsam wie Schmetterlinge festgeheftet sind von Sammler—ist etwas sehr Persönliches. Am Mährchen und der Féerie haben wir das entgegengesetzte Gelüst, von Menschen, die selber sich festgeheftet fühlen mit Sitten und Urtheilen.— Zur Seite geht ein grobes Tasten nach nächstem Genuß: “das Nächste” wird das Wichtigste.

25 [13]

Es sind uns, wie noch nie irgendwelchen Menschen, Blicke nach allen Seiten vergönnt, überall ist kein Ende abzusehn. Wir haben daher ein Gefühl der ungeheuren Weite—aber auch der ungeheuren Leere voraus: und die Erfindsamkeit aller höheren Menschen besteht in diesem Jahrhundert darin, über dies furchtbare Gefühl der Oede hinwegzukommen. Der Gegensatz dieses Gefühls ist der Rausch: wo sich gleichsam die ganze Welt in uns gedrängt hat und wir am Glück der Überfülle leiden. So ist denn dies Zeitalter im Erfinden von Rausch-Mitteln am erfinderischesten. Wir kennen alle den Rausch, als Musik, als blinde sich selber blendende Schwärmerei und Anbetung vor einzelnen Menschen und Ereignissen, wir kennen den Rausch des Tragischen d[as] ist die Grausamkeit im Anblick des Zugrundegehens, zumal wenn es das Edelste ist, was zu Grunde geht: wir kennen die bescheideneren Arten des Rausches, die besinnungslose Arbeit, das sich-Opfern als Werkzeug einer Wissenschaft oder politischen oder geldmachenden Partei; irgend ein kleiner dummer Fanatismus, irgend ein unvermeidliches Sichherumdrehen im kleinsten Kreise hat schon berauschende Kräfte. Es giebt auch eine gewisse excentrisch werdende Bescheidenheit, welche das Gefühl der Leere selber wieder wollüstig empfinden läßt: ja einen Genuß an der ewigen Leere aller Dinge, eine Mystik des Glaubens an das Nichts und ein Sich-Opfern für diesen Glauben. Und welche Augen haben wir uns als Erkennende gemacht für alle die kleinen Genüsse der Erkenntniß! Wie verzeichnen wir und führen gleichsam Buch über unsre kleinen Genüsse, wie als ob wir mit dem Summiren des vielen kleinen Genusses ein Gegengewicht gegen jene Leere, eine Füllung jener Leere erlangen könnten—: wie täuschen wir uns mit dieser summirenden Arglist!

25 [14]

Es giebt Menschen, welche man mit erhabenen Gebärden überzeugt, aber mit Gründen mißtrauisch macht.

25 [15]

Mit Feindschaften war es mir niemals lange ernst. Im Augenblick zwar, zumal unter dem Eindrucke eines bedeckten Himmels könnte ich leicht Jemanden tödten—ich habe mich einige Male schon gewundert, daß ichs noch nicht gethan habe. Aber ich lache zu bald wieder, als daß ein Feind sehr viel bei mir gutzumachen hätte. Überdieß bin ich aus letztem Grund davon überzeugt, daß ich meinen feindselig erregten Gefühlen mehr zu danken habe als den freundschaftlichen.

25 [16]

Der europäische Pessimismus ist noch in seinen Anfängen: er hat noch nicht jene ungeheure sehnsüchtige Starrheit des Blicks, in welchem das Nichts sich spiegelt, wie er sie einmal in Indien hatte, es ist noch zu viel Gemachtes und nicht “Gewordenes” daran, zu viel Gelehrten- und Dichter-Pessimismus: ich meine ein gutes Theil darin ist hinzu erdacht und hinzu erfunden, ist “geschaffen,” aver nicht Ursache, gemacht und nicht “geworden.”

Es gab denkendere und zerdachtere Zeiten als die unsere ist: Zeiten, wie zum Beispiel jene, in der Buddha auftrat, wo das Volk selbst, nach Jahrhunderte alten Sekten-Streitigkeiten, sich endlich so tief in die Klüfte der philosophischen Lehrmeinungen verirrt fand, wie zeitweilig Europäische Völker in Feinheiten des religiösen Dogma’s. Man wird sich am wenigsten wohl durch die “Litteratur” und die Presse dazu verführen lassen, vom “Geiste” unserer Zeit groß zu denken: zu alledem beweisen die Millionen Spiritisten und ein Christenthum mit Turnübungen von jener schauerlichen Häßlichkeit, die alle englischen Erfindungen kennzeichnet, bessere Gesichtspunkte—ein Zeugniß gegen sich selber.

25 [17]

Als es mit der besten Zeit Griechenlands vorbei war, kamen die Moral-Philosophen: von Sokrates an nämlich sind alle griechischen Philosophen zuerst und im tiefsten Grunde Moral-Philosophen. Das heißt: sie suchen das Glück—schlimm, daß sie es suchen mußten! Philosophie: das ist von Sokrates an jene höchste Form of Klugheit, welche sich nicht vergreift beim persönalichen Glück. Haben sie wohl viel davon gehabt? Wenn ich denke, daß der Gott Plato’s ohne Lust und Schmerz ist und der höchste Weise sich ihm nähert: so ist das ein persönliches Urtheil: Plato empfand das volle Gleichgültigsein als seine größte Wohlthat: sie wurde ihm wohl selten genug zu Theil! Aristoteles dachte sich seinen Gott als rein erkennend, ohne jegliches Gefühl von Liebe: und er selber hatte wohl so seine besten Augenblicke, wenn er kalt und hell (und freudig) den wollüstigen Schwindel der höchsten Allgemeinheiten genoß. Die Welt als System empfinden und das als Gipfel dees menschlichen Glücks: wie verräth sich da der schematische Kopf! Und Epikur: was genoß er denn, als daß der Schmerz aufhörte—das ist das Glück eines Leidenden und auch wohl Kranken.

25 [18]

Die Verbrecher im Gefängniß schlafen gut; keine Gewissensbisse. Verlogenheit. Bei Frauen nervöse Anfälle to “break out” (schreien schimpfen fluchen, Alles zerbrechen) [Vgl. Francis Galton, Inquiries into Human Faculty and its Development. London: Macmillan, 1883:65.]

25 [19]

Viele Halb-Wilde (brave gesunde Jäger Fischer, mit viel unehelichen Kindern) werden in einer civilisirten Gesellschaft zu Verbrechern, namentlich weil Arbeit fehlt, und sie in schlechte Gesellschaft gerathen. Ihre Kinder vornehmlich stellen ein Contingent; verbunden mit Personen des Verbrecher-Typus. Rasche Entartung. [Vgl. Francis Galton, Inquiries into Human Faculty and its Development. London: Macmillan, 1883:64f.]

25 [20]

Ich empfinde häufig “Mitleid,” wo gar kein Leiden da ist, sondern wo ich eine Verschwendung und ein Zurückbleiben sehe hinter dem, was hätte werden können. So z.B. in Bezug auf Luther. Welche Kraft und verschwendet auf was für Probleme!

25 [21]

Ein gutes Capitel hätte ich über die Vielheit von Charakteren zu schreiben, die in Jedem von uns steckt: und man soll Versuche machen, einige erscheinen zu lassen d. h. eine zusammengehörige Gruppe von Eigenschaften durch klug angeordnete Umstände, Umgebungen, Studien, Entschlüsse zeitweilig zu begünstigen, so daß sie sich aller vorhandenen Kräfte bemächtigen. Andere Eigenschaften werden dabei nicht oder wenig ernährt und bleiben zurück: denen können wir später einmal Luft machen.

25 [22]

Ein gutes Capitel “die Kritik von Eltern, Lehrern, Vaterland, Heimat”—als Anfang der Befreiung, zunächst der Zweifel. [Vgl. Francis Galton, Inquiries into Human Faculty and its Development. London: Macmillan, 1883:208.]

25 [23]

“Von der Kraft des Willens,” den Mitteln, sie zu stärken und zu schwächen.

25 [24]

“Über die Verschwendung unsrer Leidenschaften” und wie wir uns leicht an eine dürftige Art ihrer Befriedigung gewöhnen.

Der Ascetism als Mittel, unsre Neigungen zu concentriren und zu stauen.

Balzac und Stendhal empfehlen allen productiven Menschen die Keuschheit.

In Hinsicht darauf, was produktive Menschen zuoberst und -erst noth[wendig] haben um nicht an den Würmern des Geistes zu leiden—Eier legen, gackern und Eier brüten mit Grazie in inf[initum], im Bilde zu sprechen.

25 [25]

Vom Clima Genua’s sagt Michelet “admirable pour tremper les forts.” Gênes est bien la patrie des âpres génies nés pour dompter l’océan et dominer les tempêtes. Sur mer, sur terre que d’hommes aventureux et de sage audace!” [Vgl. Jules Michelet, Le Banquet. Papiers intimes. Paris: Calmann Lévy, 1879:15.]

25 [26]

Balzac über W. Scott. 1838 nach 12jähriger Bekanntschaft: Kenilworth in Hinsicht auf Plan das Meisterstück (“der größte, der vollständigste, der außerordentlichste von allen”): les eaux de St. Ronan das Meisterstück und Hauptwerk comme détail et patience du fini. Les Chroniques de la Canongate comme sentiment. Ivanhoe (le premier volume s’entend) comme chef-d’oeuvre historique. L’Antiquaire comme poésie. La prison d’Edimbourg, comme intérêt.— “Auprès de lui, lord Byron n’est rien ou presque rien.”— “Scott grandira encore, quand Byron sera oublié.”— “Le cerveau de Byron n’a jamais eu d’autre empreinte que celle de sa personnalité, tandis que la monde entier a posé devant le génie créateur de Scott et s’y est miré pour ainsi dire.” [Vgl. Honoré de Balzac, Correspondance 1819-1850. In: Oeuvres complètes. Vol. XXIV. Paris: Lévy, 1876:276f.]

25 [27]

Je comprends, comment la continence absolue de Pascal et ses immenses travaux l’ont amené à voir sans cesse un abîme à ses côté[s]”[Vgl. Honoré de Balzac, Correspondance 1819-1850. In: Oeuvres complètes. Vol. XXIV. Paris: Lévy, 1876:241.]

25 [28]

Notice biographique sur Louis Lambert “ein Werk, wo ich mit Goethe und Byron habe kämpfen wollen, mit Faust und Manfred.” “Il jettera peut-être, un jour ou l’autre, la science dans des voies nouvelles.” [Vgl. Honoré de Balzac, Correspondance 1819-1850. In: Oeuvres complètes. Vol. XXIV. Paris: Lévy, 1876:127f.]

25 [29]

Über Stendhal “un des esprits les plus remarquables de ce temps.” “Er hat sich zu wenig um die Form gekümmert,” “er schreibt wie die Vögel singen” “notre langue est une sorte de madame Honesta, qui ne trouve rien de bien que ce qui est irréprochable, ciselé, léché.” La Chartreuse de Parme ein wunderbares Buch, “le livre des esprits distingués.” [Vgl. Honoré de Balzac, Correspondance 1819-1850. In: Oeuvres complètes. Vol. XXIV. Paris: Lévy, 1876:491f.]

25 [30]

“je n’ai pas de continuité dans le vouloir. Je fais des plans, je conçois des livres et, quand il faut exécuter, tout s’échappe.” [Vgl. Honoré de Balzac, Correspondance 1819-1850. In: Oeuvres complètes. Vol. XXIV. Paris: Lévy, 1876:400.]

25 [31]

In Betreff der Chartr[euse] “ich würde unfähig sein, sie zu machen. Je fais une frewque et vous avez fait des statues italiennes.” “Alles ist original und neu.” Schön wie l’italien, und wenn Macchiavell in unseren Tagen einen Roman schriebe, so würde es die Chartreuse sein. “Volkommen klar.” “Vous avez expliqué l’âme de l’Italie.” [Vgl. Honoré de Balzac, Correspondance 1819-1850. In: Oeuvres complètes. Vol. XXIV. Paris: Lévy, 1876:329f.]

25 [32]

Zu lesen Custine’s Roman Ethel. Sie gehören mehr zur Litteratur idée als zur littérature imagée: also zum 18ten Jahrhundert durch die Beobachtung à la Chamfort et à l’esprit de Rivarol par la petite phrase coupée.

Scribe kennt das Metier, aber es kennt die Kunst nicht. Er hat Talent, aber kein dramatisches Genie; es fehlt völlig an Stil! [Vgl. Honoré de Balzac, Correspondance 1819-1850. In: Oeuvres complètes. Vol. XXIV. Paris: Lévy, 1876:303, 329f.]

25 [33]

Einsamkeit, Fasten und geschlechtliche Enthaltsamkeit—typische Form, aus der die religiöse Neurose entsteht. Äußerste Wollust und äußerste Frömmigkeit im Wechsel. Fremdartige Betrachtung gegen sich: als ob sie Glas wären oder 2 Personen. [Vgl. Francis Galton, Inquiries into Human Faculty and its Development. London: Macmillan, 1883:66f.]

25 [34]

Balzac “tiefe Verachtung für alle Massen.” “Es giebt vocations, denen man gehorchen muß: irgend etwas Unwiderstehliches zieht mich zum Ruhme und zur Macht.” 1832.

“mes deux seuls et immenses désirs, être célèbre et être aimé.” [Vgl. Honoré de Balzac, Correspondance 1819-1850. In: Oeuvres complètes. Vol. XXIV. Paris: Lévy, 1876:35, 109.]

25 [35]

[Vgl. Francis Galton, Inquiries into Human Faculty and its Development. London: Macmillan, 1883:66.]

Wollte man Gesundheit, so würde man das genie abschaffen. Ebenfalls den religiösen Menschen. Wollte man Moralität, ebenfalls: Abschaffung des Genies.

Die Krankheit.
Das Verbrechen.
Das Laster.
Die Lüge.
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und ihre Cultur-Mission.

25 [36]

Bevor wir an’s Handeln denken dürfen, muß eine unendliche Arbeit gethan sein. In der Hauptsache aber ist das kluge Ausnützen der gegebenen Lage wohl unsre beste rathsamste Thätigkeit. Das wirkliche Schaffen solcher Bedingungen, wie sie der Zufall schafft, setzt eiserne Menschen voraus, die noch nicht gelebt haben. Zunächst das persönliche Ideal durchsetzen und verwirklichen!

Wer die Natur des Menschen, die Entstehung seines Höchsten begriffen hat, schaudert vor dem Menschen und flieht alles Handeln: Folge der vererbten Schätzungen!!

Daß di Natur des Menschen böse ist, ist mein Trost: es verbürgt die Kraft!

25 [37]

Mißverständniß des Raubthiers: sehr gesund wie Cesare Borgia! Die Eigenschaften der Jagdhunde.

25 [38]

Die Abnahme an Geist in diesem Jahrhundert. Die Pantoffel-Manier der englischen Gelehrten. Macchiavell hat die Helligkeit des Alterthums. Der französische esprit ist eine Art Rococo des Geistes—aber doch ein véritable goût!

Goethe langweilig und “undulatorisch.” [Vgl. Nizza, 22. Februar 1884: Brief von Friedrich Nietzsche an Erwin Rohde. "Lies Goethe nach einer Seite meines Buches—und Du wirst fühlen, daß jenes 'undulatorische,' das Goethe als Zeichner anhaftet, auch dem Sprachbildner nicht fremd blieb."]

Die englischen Gelehrten huldigen dem Zeitschriften-Genius und seiner tiefen Mittelmäßigkeit.

25 [39]

Verhältniß von Mittelmäßigkeit zur Tugend—Aristoteles hat den fatalen Thatbestand angenehm empfunden!

25 [40]

Plato—das Ungriechische an ihm, die Verachtung des Leibes, der Schönheit usw. Es ist eine Vorstufe des Mittelalters—Jesuitismus de Erziehung und Despotismus. Er wird charakterisirt durch seinen “indifferenten” Gott—: Lust und Unlust sind ihm schon peinlich. Offenbar fastete er und lebte enthaltsam.

25 [41]

Den Zustand meiner Jugend fand ich sehr gut beschrieben in de Custine, mémoires et voyages. Er war 18 Jahre alt (1811)

je n’aspire qu’à des affections puissantes et sérieuses p. 25. [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 1. Paris: Vezard, 1830:25.]

25 [42]

“Ce n’est pas par vanité, que le génie veut des encouragements, c’est par modestie, par défiance de lui-même.” De Custine. [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 1. Paris: Vezard, 1830:156.]

25 [43]

“L’homme de génie pressent, l’homme de talent raconte: mais nul ne se sent et n’exprime dans le même moment. Le vrai malheureux ne peut que se taire: son silence est l’effet et la preuve même de son infortune.” De Custine. [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 1. Paris: Vezard, 1830:169.]

25 [44]

“Tant d’intérêts à ménager, tant de mensonges à écouter avec cet air de dupe, première condition de la politesse sociale, fatiguent mon esprit sans l’occuper.” De Custine. [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 1. Paris: Vezard, 1830:181.]

25 [45]

Madame de Lambert sagte zu ihrem Sohn “mon ami, ne vous permettez jamais que les folies, qui vous feront grand plaisir.” [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 1. Paris: Vezard, 1830:187.]

“un crime, quand on y est poussé par une puissance qui vous paraît irrésistible, trouble moins la conscience qu’une faiblesse volontaire et vaniteuse.” De Custine. [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 1. Paris: Vezard, 1830:187.]

25 [46]

Madame de Boufflers: “il n’y a de parfaits que les gens, qu’on ne connaît pas.” [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 1. Paris: Vezard, 1830:223.]

25 [47]

Gerade die Lebhaftigkeit seiner Einbildungskraft macht die Schwierigkeit erklärlich, die er findet zu handeln. Er ist in solcher Höhe des Gedankens angelangt, daß, für ihn, das intellektuelle Leben vom aktiven Leben durch einen Abgrund getrennt ist. Il (Werner) est l’Allemagne personnifiée. (1811) [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 1. Paris: Vezard, 1830:225.]

25 [48]

“Geboren in einer Periode, deren Meisterwerk René ist—muß ich mich der unfreiwilligen Tyrannei entledigen, die er auf mich ausübt”: De Custine 1811. Chateaubriand’s Einfluß. [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 1. Paris: Vezard, 1830:248.]

25 [49]

“Die Unruhe des Geistes ist unersättlich wie das Laster.” De Custine. [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 1. Paris: Vezard, 1830:273.]

25 [50]

Der Nachtheil des Reisenden (des Cosmopolitismus des Gelehrten auch) gut bei De Custine, I p. 332-3. [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 1. Paris: Vezard, 1830:332f.] Beraubt der Billigung und der Überwachung, sucht er eine Stütze in der Verachtung der Menschen. Seine oberflächlichen Studien zeigen ihm das, was auf der Oberfläche ist: Fehler und Lächerlichkeiten. Wird er alt, so ist er unfähig geworden, tiefe Neigungen keimen zu lassen.

25 [51]

Das Alterthum hatte jene kleine Dosis von Christenthum schon in sich, welche dem Aufblühen der Künste gut ist. Der Katholicismus aber war eine barbarische Vergröberung davon: einen Kirchenvater aus einem Plato gemacht! [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:163.]

25 [52]

“noblesse tragique, cette dignité, égalité de style, nos gestes peu naturels, notre chant ampoulé”—in England als Affektation erscheinend. Der Franzose empfindet das englische Theater als ignoble. [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:256f.]

“Bei Shakespeare herrscht der Sinn des Wahren über den (des) Schönen. Sein Stil, bisweilen erhaben, ist unter seinen Conceptions, selten befreit er sich von den Fehlern seines Jahrhunderts: le concetti, la recherche, la trivialité, l’abondance des paroles.” [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:260f.]

25 [53]

Die anziehende Kraft furchtbarer (vernichtender) Dinge: der Schwindel, sich in die Abgründe der Zukunft zu stürzen — [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:276.]

25 [54]

quelque philosophe morose finira peut-être par oser dire de la liberté moderne, qu’elle consiste dans la double faculté de mentir auz autres et de se mentir à soi-même (1822). [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:292.]

25 [55]

Über Walter Scott: erkennt mehr das Werk eines “Décorateur, als das eines Malers.” Er malt, was sich den Blicken bietet: die Analyse der Gefühl échappe à cette plume, qui n’est jamais qu’un pinceau.— Seine Poesie ist nicht l’expression immédeate de ce qui se passe dans son âme, er entschlüpft der Manier nicht, weil il ne prend pas lui-même assez de part à ce qu’il dit. “Anschein der Wahrheit.” Man wünscht sublime Züge, wo die Seele sich mit Einem Wort enthüllt.— Er ist der Rossini de la littérature—er wählt mit nicht genug Geschmack di Einzelheiten, die am bemerkenswerthesten sind. Seinen Bildern fehlt die Perspektive—zuviel Objekte im Vordergrund, parce qu’il ne sait pas prendre un parti pour la lumière. Es sind Prozession—nicht eine Handlung, für welche der Künstler allen Anschauern den einzigen richtigen point de vue giebt. An Stelle des Genies histor[ischer] Instinkt. Durch sein Talent, Illusion zu schaffen, wird er der populärste Autor des temps peu consciencieux où nous vivons.  Sein  Verdienst  eine  Revolution:  er  hat  besser  als irgend jemand vor ihm das Problem des histor[ischen] Romans gelöst. “pour avoir su ramener, si [ce] n’est le sentiment, au moins la mode du vrai dans le siècle du faux.” [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:380-83.]

25 [56]

“Die Vernunft macht es wie alle Sklaven: sie verachtet friedliebende Herren und dient einem Tyrannen. Mitten im Kampfe mit heftigen Leidenschaften läßt sie uns im Stich; sie vertheidigt uns nur gegen kleine affections.” [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:297.]

25 [57]

Über das moderne Sklaventhum De Custine II p. 291. [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:291f.]

25 [58]

Zur Sonntags-Heiligung: on a rendu le délassement si pénible, qu’il fait aimer la fatigue - - - “sie kommen zurück in ihre Häuser, ganz glücklich zu denken, daß morgen die Arbeit wieder losgeht” [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:272.]

25 [59]

Die großen englischen Schauspieler wie Kean haben die höchste Einfachheit der Gesten und das seltene Talent, mit Wahrheit die heftigsten Affekte auf ihrer höchsten Stufe nachzuahmen.

Kean hatte auch in der Deklamation Einfachheit: im Gegensatz zu der Schule Kembles, die un chant ampoulé eingeführt hatte très peu favorable aux grands effets tragiques.

“Die Natur auf der That zu ertappen, in Zuständen wo sie am schwersten zu beobachten ist”—sein Talent. [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:251.]

25 [60]

“Das Herz der Franzosen im Theater verhärtet sich wenn man es zu sehr rühren will. Es liebt die Ideen eines Autors zu vervollständigen: in England fürchtet man, etwas zu rathen zu haben” [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:252.]

25 [61]

“Die Poesie als eine Art Reaktion des Ideals contre le positif: je mehr die Seele gedrückt ist, um so mehr Kraft braucht sie in ihrem élan vers l’idéal. Der revolutionäre Geist wesentlich antipoetisch: denn die Poesie will sich an der Wirklichkeit rächen, dazu thut eine solide Basis noth, gegen welche sie ankämpft. Der conservative Geist ist in so fern günstig der Entwicklung des Génies: die Phantasie fliegt da aufwärts: Poesie und Glaube sind nur die Ahnung einer besseren Welt.” C[ustine]. Zur Erklärung Byron’s in einer rechnenden Nation. [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:418.]

25 [62]

“Die eingeborene Pedanterie der Engländer treibt Alles zum Extrem: die Ordnungsliebe wird minutie; le goût pour l’élégance puérilité (“Kinderei”), das Bedürfniß nach Bequemlichkeit wird zum Egoismus, der Stolz zu Vorurtheilen gegen die Nachbarn, die Thätigkeit zur Rivalität usw. [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:442.]

25 [63]

Le comfort drinnen, la “fashion draußen—die tödtlichen Feinde des Glücksund der Ruhe der Engländer. Das Bedürfniß der Mode—ist nur das Bedürfniß beneidet oder bewundert zu sein.” [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:448.]

25 [64]

Der Fluch, der den Menschen zur Arbeit verdammt, ist ihm auf der Stirn geschrieben. “Les Anglais sont des galériens opulens.” [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:464.]

25 [65]

Kein Geschmack: das Resultat einer großen Intelligenz, die an einen kleinlichen esprit geknüpft ist und hartnäckig in der Neuerung ist. L’esprit de détail, l’attention aux petites choses produit le soin, mais “weder das Große noch das Schöne dans les arts.” [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:464.]

25 [66]

L’esprit frondeur als Element aufgenommen in die Verfassung—das treibt zum Paradoxen. “Man schätzt die Dinge nicht wie sie an sich sind, sondern nach ihren Beziehungen zur herrschenden Macht.” [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:466.]

25 [67]

Die aufgeklärten Völker urtheilen schlechter über Menschen und Dinge: ihre présumption ist die Ursache. [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:467.]

25 [68]

“Die Meinungen wechseln da vollständig und prompt par pur esprit de parti. Aus Haß gegen ein Ministerium weiß schwarz nennen, ist verhängnißvoller für die Moral als eine weitgetriebene soumission.

Der Gehorsam läßt uns, weit getrieben, auf Rechte verzichten: l’esprit de révolte läßt uns Pflichten opfern.” [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:467.]

25 [69]

“Die Gewohnheiten regulär, die sentiments romanhaft.” [Vgl. Astolphe Custine, Mémoires et voyages, ou lettres écrit à diverses époques, pendant des courses en Suisse, en Calabre, en Angleterre, et en Ecosse. Vol. 2. Paris: Vezard, 1830:467.]

25 [70]

NB. Das Überhandnehmen der sklavischen Gesinnung in Europa: der große Sklaven-Aufstand. (ego)

Der Sklave im Regiment.

Das Mißtrauen gegen alle noblesse des Gefühls, Herrschaft der gröbsten Bedürfnisse. Die moralische Verlogenheit.

Das Sklaven-Mißverständniß der Cultur und des Schönen. Mode, Presse, suffrage universel, faits—er erfindet immer neue Formen des sklavischen Bedürfnisses.

Der niedere Mensch sich empörend z. B. Luther gegen die sancti

die Unterwerfung unter die facta, als Wissenschaft der Sklaven.

25 [71]

Die zunehmende Verdummung und Vergemeinerung Europa’s.

Nachwuchs des Adels l’homme supérieur immer mehr angefeindet.

die moralistische Cultur der Spanier und Franzosen im Zusammenhang mit dem Jesuitism. Dieser wird mißverstanden.

Das Fehlen aller moralischen Praktik; Gefühle statt Principien.

25 [72]

“il souffre, il succombe au lieu de combattre et de vaincre. Was soll man mit einem Gefühl gegen eine Passion machen! l’attaque et la défense viendraient de la même source! Wenn der Feind im Herzen ist, dann Autorität, Gewohnheit, dann Gehorsam, Erniedrigung, Regel, Disciplin, Gesetz, Übrungen, selbst anscheinend puériles, dann ein Anderer als wir, ein Priester, ein Beichtiger, dessen Stimme unsere schweigen macht: das hat man nöthig, um uns vor uns selber zu retten.” C[ustine]. [Vgl. Astolphe Custine, Le monde comme il est. Vol. 2. Paris: E. Renduel, 1835:400.] “Wenn man unsinnig wird, genügt es nicht, um sich nicht zu tödten, daß man geträumt hat, ein christlicher Philosoph zu sein: wie es die Mehrzahl der Protestanten sind, die denken.”

25 [73]

Es thut also noth: eine Art Erzieher und Retter, auch Zufluchts-Stätten außerhalb der gewöhnlichen Welt, hartes Leben, viele Erfindungen der Askese zur Selbst-Beherrschung. Schutz vor der Sklaven-Gemeinheit und dem Pharisäismus.

25 [74]

Höhepunkte der Redlichkeit: Macchiavell, der Jesuitismus, Montaigne, Larochefoucauld

die Deutschen als Rückfall in die moralische Verlogenheit

25 [75]

“Die gemeinen Naturen täuschen sich über die noblen: sie errathen deren Motive nicht”!

25 [76]

“Die Fähigkeit, uns selber zu vergessen, die Hingebung, die Aufopferung—all das Verdienst so seltener Gaben ist verloren für den, welcher nicht weiß, sich geliebt zu machen, wenn er liebt. Diese leidenschaftlichen Seelen werden dann undankbar: sie profitiren von ihrer Civilisation, um sie zu verläumden. Wo können sie denn leben, wenn nicht in den Wäldern und nicht in der Welt!” [Vgl. Astolphe Custine, Le monde comme il est. Vol. 2. Paris: E. Renduel, 1835:6f.]

25 [77]

“Wo sind die vollständigeren Charaktere in unserer Welt? Die Darstellung der Tugend in moral[ischen] Büchern hat alle Geister gefälscht, alle Herzen verhärtet, welche nur auf Eine Art gerührt werden.”

“il ne faudra pas moins d’une ère toute entière de cynisme littéraire, pour nous débarrasser des habitudes d’hypocrisie.” [Vgl. Astolphe Custine, Le monde comme il est. Vol. 2. Paris: E. Renduel, 1835:26.]

25 [78]

“Ruhm dem Starken, den unsere Zeit als den Chef der romantischen Schule preist—Victor Hugo” 1835. [Vgl. Astolphe Custine, Le monde comme il est. Vol. 2. Paris: E. Renduel, 1835:26f.]

25 [79]

“l’amour exalté de la vérité est la misanthropie des bons coeurs” [Vgl. Astolphe Custine, Le monde comme il est. Vol. 2. Paris: E. Renduel, 1835:30.]

25 [80]

Aus dem Zeitalter der religiösen Heuchelei hinübergegangen. “Eine der Wohlthaten des représent[atif] gouvernem[ent] ist genau dies, die Ehrgeizigen zu zwingen, die Maske der Moral und Menschlichkeit vorzunehmen. Aber warum dann sich ereifern über die Geistlichkeit, welche, so lange sie herrschte, die Civilisation unterstützte mit ganz ähnlichen Mitteln?— Den Priestern soll man nicht ihren Ehrgeiz vorwerfen, sondern wollen ohne zu können. Sie täuschen sich über ihre Zeit: darum thun sie Schaden.”

In der Welt giebt es gar nicht Gute und Böse: diese sind immer à part. Die übermenschlichen Tugenden sin insociables und ebenso die großen Verbrechen. Aber in allen Gesellschaften giebt es zurückgebliebene und “fortdeschrittene” Geister. Sie haben dieselbe Passion: aber die ersteren bedienen sich, um über ihre persönlichen Absichten zu täuschen, der Worte, deren Hohlheit die Welt schon dennt: und die Anderen reden, zu den gleichen Zwecken, eine Sprache, die die Masse noch täuscht: sie hat den Schlüssel zu diesen Worten nicht.

Das ist der Unterschied zwischen den Mittelmäßigen und den höheren Geistern: die letzteren verstehen im Grunde die Sprache ihrer Zeit: die ersteren bemerken die Lüge nur in der Sprache ihrer Voreltern. Über “ewiges Heil” “Hölle” “Paradies” charité ist man aufgeklärt; unsere Enkel werden es über Philanthropie, liberté, privilégé, progrès sein.

“Die Reformatoren einer Epoche sind die Conservatoren einer anderen. Dasselbe génie kann betrachtet werden comme créateur ou comme radoteur.” [Vgl. Astolphe Custine, Le monde comme il est. Vol. 2. Paris: E. Renduel, 1835:67.]

25 [81]

“Das Wahre ist niemals wahrscheinlich.” [Vgl. Astolphe Custine, Le monde comme il est. Vol. 2. Paris: E. Renduel, 1835:209.]

25 [82]

“Der luxe sollte nur dort erlaubt sein, wo die Armen guten Humor haben”: er verdirbt die, welche ihn beneiden. [Vgl. Astolphe Custine, Le monde comme il est. Vol. 2. Paris: E. Renduel, 1835:207.]

25 [83]

“— les apôtres modernes, les auteurs philosophes, mentent plus que les prêtres qu’ils ont détrônés sans les remplacer.” [Vgl. Astolphe Custine, Le monde comme il est. Vol. 2. Paris: E. Renduel, 1835:222.]

25 [84]

Es ist das Zeitalter der Verlogenheit: die moralische Güte ist das, was affichirt wird. Man wehrt sich gegen La Rochfoucauld und das Christenthum—: der große Sklaven-Aufstand.

Festzustellen: der Mensch ist böse—das furchtbarste Raubthier, in Verstellung und Grausamkeit.

Festzustellen: daß er noch böse ist, enthält die Hoffnung. Denn der gute Mensch ist die Caricatur, welche Ekel macht: er läuft dem Ende immer voraus.

25 [85]

Die Verdummung, auch in der Wissenschaft. Die Anspruchslosigkeit in der Verehrung Darwins. Die Bescheidenheit in der Politik usw.

25 [86]

Tendenz des Trauerspiels nach Schopenhauer II 495. “Was allem Tragischen den eigenthümlichen Schwung zur Erhebung giebt, ist das Aufgehen der Errkenntniß, daß die Welt, das Leben, kein wahres Genügen geben könne, mithin unserer Anhänglichkeit nicht werth sei: darin besteht der tragische Geist: er leitet demnach zur Resignation hin.”— Oh wie anders redet Dionysos zu mir!— Schopenhauer: “weil die Alten noch nicht zum Gipfel und Ziel des Trauerspiels, ja der Lebensansicht überhaupt gelangt waren.” [Vgl. Arthur Schopenhauer, Arthur Schopenhauer's sämmtliche Werke. Hrsg. von Julius Frauenstädt. Bd. 3, 2: Die Welt als Wille und Vorstellung. Zweiter Band, welcher die Ergänzungen zu den vier Büchern des ersten Bandes enthält. Leipzig: Brockhaus, 1873:495, 497.]

25 [87]

Große Dichter haben viele Personen in sich: manche nur Eine, aber eine große! —

25 [88]

Die Furcht—sklavenhaft.
Der mindeste Aufwand an Geist
  (Nachahmung)
Die Gleichgültigkeit und der Haß gegen das Seltne.
Die Häßlichkeit. Das Durcheinander der Stile.
Das ausbrechende Bedürfniß der Lüge—Epidemie.
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Zeitalter
der
Verlogenheit

25 [89]

Das Wesentliche am Künstler und Genie: der Schauspieler. Kein Mensch besitzt zur gleichen Zeit Ausdruck und Gefühl; Worte und Wirklichkeit. Der tiefe égoisme unter der Sprache der sensibilité. [Vgl. Astolphe Custine, Le monde comme il est. Vol. 2. Paris: E. Renduel, 1835:221.]

25 [90]

“Mangel an Delikatesse in der Wahl der Mittel des Erfolgs, Mißbrauch der Invektive, Haß auf das, was da ist, Gleichgültigkeit gegen das, was sein wird—gemeinsam den französischen Schriftstellern der letzten 10 Jahre (1835) Rückkehr zum wilden Leben predigen mit einer Feder, von der man Ruhm und Glück in der socialen Welt erwartet—ist eine Undankbarkeit und eine Kinderei.” [Vgl. Astolphe Custine, Le monde comme il est. Vol. 2. Paris: E. Renduel, 1835:222.]

25 [91]

“L’effet ordinaire du désespoir est de rendre l’énergie à ceux, qui sont témoins de cette maladie morale” [Vgl. Astolphe Custine, Le monde comme il est. Vol. 2. Paris: E. Renduel, 1835:281.]

25 [92]

“die Frauen immer weniger civilisirt als die Männer: im Grunde der Seele wild; sie leben im Staate wie die Katzen im Hause, immer bereit zur Thür oder zum Fenster hinauszuspringen und in ihr Element zurückzukehren” [Vgl. Astolphe Custine, Le monde comme il est. Vol. 2. Paris: E. Renduel, 1835:275f.]

25 [93]

Das Moralische d. h. die Affekte—als identisch mit dem Organischen der Intellekt als “Magen der Affekte.”

25 [94]

Die Identität im Wesen des Eroberers, Gesetzgebers und Künstlers—das Sich-hinein-bilden in den Stoff, höchste Willenskraft, ehemals sich als “Werkzeug Gottes” fühlend, so unwiderstehlich sich selber erscheinend. Höchste Form des Zeugung-Triebes und zugleich der mütterlichen Kräfte. Die Umformung der Welt, um es in ihr aushalten zu können—ist das Treibende: folglich als Voraussetzung ein ungeheures Gefühl des Widerspruchs. Bei den Künstlern genügt schon sich mit Bildern und Abbildern davon zu umgeben z. B. Homer unter den “erbärmlichen Sterblichen.” Das “Los-sein-von-Interesse und ego” ist Unsinn und ungenaue Beobachtung: es ist vielmehr das Entzücken, jetzt in unserer Welt zu sein, die Angst vor dem Fremden loszusein!

25 [95]

Ich habe die Erkenntniß vor so furchtbare Bilder gestellt, daß jedes “epikureische Vergnügen” dabei unmöglich ist. Nur die dionysische Lust reicht aus—ich habe das Tragische erst entdeckt. Bei den Griechen wurde es, dank ihrer moralistischen Oberflächlichkeit, mißverstanden. Auch Resignation ist nicht eine Lehre der Tragödie!—sondern ein Mißverständniß derselben! Sehnsucht in’s Nichts ist Verneinung der tragischen Weisheit, ihr Gegensatz!

25 [96]

Meine Voraussetzungen: 1) keine End- “Ursachen.” Selbst bei menschlichen Handlungen erklärt die Absicht das Thun gar nicht.

2) die “Absicht” trifft das Wesen der Handlung nicht, folglich ist die moralische Beurtheilung der Handlungen nach Absichten falsch.

3) “Seele” als Vielheit der Affekte, mit Einem Intellekte, mit unsicheren Grenzen.

4) die mechanische Welt-Erklärung hat alles, auch das organische Leben ohne Lust Unlust Denken usw. zu erklären: also keine “beseelten Atome”!—sie sucht für das Auge alles Geschehen anschaulich zu machen. “Berechenbarkeit” zu praktischen Zwecken will sie! —

5) Es giebt gar keine selbstlosen Handlungen!

25 [97]

Die Frage nach unserem “Wohl” ist durch das Christenthum und den Buddhism vertieft: dagegen ist die Engländerei blödsinnig-alltäglich: der Engländer meint “comfort.” Die Welt nicht nach unseren persönlichsten Begleit-Gefühlen messen, sondern wie als ob sie ein Schauspiel wäre und wir zum Schauspiel gehörten!

25 [98]

“Im Zeitalter der öffentlichen liberté: die Franzosen von heute werden schwerfällig und dumm und kalt, wenn sie en public sind: aus Furcht, sich Feinde zu machen, werden sie da zu tiefen Diplomaten und raffinirten  Heuchlern. Ohne  esprit, ohne  Urtheil  und  klug  aus  Furcht.  Sklaverei  des  Individuums.” C[ustine].

25 [99]

[Vgl. Francis Galton, Inquiries into Human Faculty and its Development. London: Macmillan, 1883:71-73, 77.]

An großen Viehheerden zu studiren:

Die steigende Vergrößerung des Menschen besteht darin, daß die Führer, die “Vor-Ochsen,” die Seltenen entstehen. “Gut” nennen sich die Mitglieder der Heerde: das Hauptmotiv in der Entstehung der Guten ist die Furcht. Verträglichkeit, dem-Anderen-Zuvorkommen mit Güte, sich-Anpassen vieles Abwehren und Vorbeugen von Noth, mit stiller Erwartung, daß es uns gleich vergolten wird, Vermeiden der Feindseligkeit, Verzicht auf Furcht-Einflößen—das Alles, lange nur Heuchelei der Güte, wird endlich Güte.

25 [100]

Alles Loben, Tadeln, Belohnen Strafen erscheint mir erst gerechtfertigt, wenn es als Wille der bildenden Kraft erscheint: also absolut losgelöst von der moralischen Frage “darf ich loben strafen?”—mithin völlig unmoralisch. Ich lobe tadle belohne strafe, damit der Mensch nach meinem Bilde sich verwandle; denn ich weiß, daß mein Loben Strafen usw. eine verwandelnde Kraft hat. (Dies vermöge der Wirkung auf Eitelkeit Ehrgeiz Furcht und alle Affekte bei dem Gelobten und Bestraften.) So lange ich noch mich selber unter das moralische Gesetz stelle, dürfte ich nicht loben und strafen.

From Nietzsche's Notebooks© The Nietzsche Channel