Nietzsches Briefe | 1866 © The Nietzsche Channel
Previous Correspondents' Biographies Next

COPYRIGHT NOTICE: The content of this website, including text and images, is the property of The Nietzsche Channel. Reproduction in any form is strictly prohibited. © The Nietzsche Channel.

Nietzsches Briefe
Ausgewählte Korrespondenz.

1866.

Naumburg, 7. April 1866: Brief an Carl von Gersdorff

Lieber Freund,

gelegentlich kommen Stunden jeder ruhigen Betrachtung, wo man in Freude und Trauer gemischt über seinem Leben steht, ähnlich jenen schönen Sommertagen, die sich breit und behaglich über die Hügel hinlagern, wie Emerson sie so vortrefflich beschreibt: dann wird die Natur vollkommen, wie er sagt, und wir: dann sind frei wir vom Banne des immer wachenden Willens, dann sind wir reines, anschauendes, interesseloses Auge. In dieser vor allem anderen zu ersehnenden Stimmung nehme ich die Feder zur Hand, um Dir auf Deinen freundlichen und gedankenreichen Brief zu antworten. Unsre gemeinsamen Besorgnisse sind bis zu einem kleinen Reste zusammengeschmolzen: wir haben wieder gesehen, wie von ein paar Federstrichen, schließlich vielleicht sogar von zufälligen Launen Einzelner die Geschicke unzähliger bestimmt werden und überlassen es gern den Frommen, für diese zufälligen Launen ihrem Gotte Dank zu wissen. Es mag sein, daß uns diese Reflexion zum Lachen stimmt, wenn wir uns in Leipzig wiedersehen.

Von dem individuellsten Gesichtspunkte aus hatte ich mich bereits mit dem militärischen Gedanken vertraut gemacht. Ich wünsche mich öfter herausgerissen aus meinen gleichförmigen Arbeiten, ich war nach den Gegensätzen der Aufregung, des stürmischen Lebensdranges, der Begeisterung begierig. Denn so sehr ich mich auch angestrengt habe, so ist es mir doch täglich deutlicher geworden, daß man eine solche Arbeit nicht aus den Aermeln schüttelt. Ich habe die Ferien sehr viel—relativ—gelernt, und mein Theognis findet mich nach den Ferien mindestens um ein Semester fortgeschrittner. Dabei habe ich manche einleuchtende Dinge gefunden, die eine Bereicherung meiner quaestiones Theogn. werden sollen. Eingemauert bin ich in Bücher—durch Corssens ungemeine Gefälligkeit. Ebenso muß ich mich über Volckmann äußern, der mich redlich unterstützt hat, besonders mit der ganzen Suidaslitteratur, deren Hauptkenner er ist. Ich habe mich so gut in dies Gebiet hineingelebt, daß ich es auch selbstständig angebaut habe, indem ich kürzlich den Nachweis fand, warum das Violarium der Eudocia nicht auf Suidas, sondern auf die Hauptquelle des Suidas, eine epitome des Hesychius Milesius (natürlich verloren) zurückgeht: dies giebt für meinen Theognis ein überraschendes Resultat, das ich Dir später einmal darlegen will. Ich erwarte übrigens täglich einen Brief von Dr. Dilthey aus Berlin, einem Schüler Ritschl[s], der in Theognisfragen mehr wie ein andrer bewandert ist. Ich habe mich ihm ganz geöffnet und ihm weder meine Ergebnisse noch meinen Studentenstand verschwiegen. Ich hoffe, daß ich in Leipzig angelangt rüstig an das Niederschreiben gehen kann; ich habe mein Material ziemlich zusammen. Zu leugnen ist es übrigens nicht, daß ich mitunter kaum diese mir selbst aufgelegte Sorge verstehe, die mich von mir selbst abzieht, (dazu von Schopenhauer—was oftmals eins ist) mich in ihren Folgen dem Urtheile der Leute aussetzt und womöglich gar mich zur Maske einer Gelehrsamkeit zwingt, die ich nicht habe. Man verliert jedenfalls etwas dadurch, daß man gedruckt wird. Manche Aufhaltungen und Verdrießlichkeiten sind nicht ausgeblieben.  Die  Berliner  Bibliothek  wollte  die  Theognisausgaben des 16 u[nd] 17 Jh. nicht herausrücken. Eine Anzahl sehr nöthiger Bücher hatte ich mir von der Leipziger Bibliothek ausgebeten durch Roschers Vermittlung. Roscher aber schrieb mir, daß seine Gewissenhaftigkeit nicht zuließe, Bücher, die auf seinen Namen geschrieben wären, aus der Hand zu geben. Welche Gewissenhaftigkeit zu tadeln mir nicht einfällt, nur kam sie mir unbequem genug.

Drei Dinge sind meine Erholungen, aber seltne Erholungen, mein Schopenhauer, Schumannsche Musik, endlich einsame Spaziergänge. Gestern stand ein stattliches Gewitter am Himmel, ich eilte auf einen benachbarten Berg, "Leusch" genannt (vielleicht kannst Du mir dies Wort deuten) fand oben eine Hütte, einen Mann, der zwei Zicklein schlachtete, und seinen Jungen. Das Gewitter entlud sich höchst gewaltig mit Sturm und Hagel, ich empfand einen unvergleichlichen Aufschwung und ich erkannte recht, wie wir erst dann die Natur recht verstehen, wenn wir zu ihr aus unsern Sorgen und Bedrängnissen heraus flüchten müssen. Was war mir der Mensch und sein unruhiges Wollen! Was war mir das ewige "Du sollst" "Du sollst nicht"! Wie anders der Blitz, der Sturm, der Hagel, freie Mächte, ohne Ethik! Wie glücklich, wie kräftig sind sie, reiner Wille, ohne Trübungen durch den Intellekt!

Dagegen habe ich Beispiele genug erfahren, wie trübe oftmals der Intellekt bei den Menschen ist. Neulich sprach ich einen, der als Missionair in Kürze ausgehen wollte—nach Indien. Ich fragte ihn etwas aus; er hatte kein indisches Buch gelesen, kannte den Oupnekhat nicht dem Namen nach und hatte sich vorgenommen, mit den Bramanen sich nicht einzulassen—weil sie philosophisch durchgebildet wären. Heiliger Ganges!

Heute hörte ich eine geistreiche Predigt Wenkels über das Christenthum "der Glaube, der die Welt überwunden hat" unerträglich hochmüthig gegen alle Völker, die nicht Christen sind, und doch wieder sehr schlau. Alle Augenblicke nämlich substituirte er dem Worte Christenthum etwas anderes, was immer einen richtigen Sinn gab, auch für unsre Auffassung. Wenn der Satz "das Christenthum hat die Welt überwunden" mit dem Satz "das Gefühl der Sünde, kurz, ein metaphysisches Bedürfniß hat die Welt überwunden" vertauscht wird, so hat das für uns nichts anstößiges, man muß nur consequent sein und sagen, "die wahren Inder sind Christen" und auch: "die wahren Christen sind Inder." Im Grunde aber ist die Vertauschung solcher Worte und Begriffe, die einmal fixirt sind, nicht recht ehrlich; es werden nämlich die Schwachen im Geiste vollends verwirrt. Heißt Christenthum "Glaube an ein geschichtliches Ereigniß oder an eine geschichtliche Person" so habe ich mit diesem Christenthum nichts zu thun. Heißt es aber kurz Erlösungsbedürftigkeit, so kann ich es höchst schätzen und nehme ihm selbst das nich übel, daß es die Philosophen zu discipliniren sucht: als welche zu wenige sind gegen die ungeheure Masse der Erlösungsbedürftigen, zudem aus gleichem Stoffe gemacht. Ja und wären alle, die Philosophie treiben, Anhänger Schopenhauers! Aber nur zu oft steckt hinter der Maske des Philosophen die hohe Majestät des "Willens," der seine Selbstverherrlichung ins Werk zu setzen sucht. Herrschen die Philosophen, so wäre to plhJoV verloren, herrscht diese Masse, wie jetzt, so steht es dem Philosophen, raro in gurgite vasto, immer noch zu, Jica allwn wie Aeschylus, froneein.

Dabei ist es für uns allerdings höchst lästig, unsre noch jungen und kräftigen Schopenhauergedanken so halbausgesprochen zurück zu halten und im Ganzen diese unglückliche Differenz zwischen Theorie und Praxis immer auf dem Herzen lasten zu haben. Wofür ich gar keinen Trost weiß, im Gegentheil Trostes bedürftig bin. Mir ist es so, als müßten wir den Kern milder beurtheilen. Er steckt auch in dieser Collission.

Damit lebe wohl, lieber Freund, empfiehl mich Deinen Angehörigen, wie die meinen Dich bestens grüßen lassen; und es bleibt dabei, wenn wir uns wiedersehen, so lächeln wir—mit Recht.

Dein Freund
Friedrich Nietzsche.
Naumburg, Ende August 1866: Brief an Carl von Gersdorff

Lieber Freund,

"die Post hat keinen Brief für mich?" wirst Du oft in Verwunderung gefragt haben. Aber sie hat einen von mir, die abscheuliche Post und hat ihn Dir nicht herausgerückt. "Sei still, mein Herz!"

Je länger der Zeitraum ist, in dem Du von mir nichts erfahren hast, je größer Dir mein Undank erscheinen muß, als welcher auf Deinen vorletzten ebenso herzlichen wie gedankenreichen Brief keine Zeile der Antwort zurückerstattete — weil nämlich die Nürnberger Feldpost meinen Brief verschlungen hat, ohne ihn wieder von sich zu geben — um so mehr fühle ich das Bedürfniß, das, was die Post verschuldet hat, wieder gut zu machen und mich also von dem scheinbar sehr gerechten Vorwurfe des Undankes zu entlasten. Es ist sehr bitter, Dich im Felde zu wissen, verstimmt durch fehlgeschlagne Pläne, durch wenig behagliche Umgebung, durch geisttödtende Bewegungen und endlich gar durch die Nachlässigkeit eines Freundes. Denn nicht anders mußte es Dir erscheinen. Genug ich erröthe, wie man öfters erröthet, ohne sich schuldbewußt zu fühlen, in dem Gedanken, man könne irgendwodurch in der Meinung andrer, vorzüglich lieber Menschen sinken.

Deine Briefe waren meinem subjektiven Gefühle nach mit das angenehmste, was der Sommerfeldzug erzeugt hat. Wie ganz anders nimmt sich ein von Freundeshand geschildertes Ereigniß, selbst kleiner Art, aus, als irgend welche Großthaten, über denen der häßliche Dunst des Zeitungspapiers sich lagert.

Leider kann ich von meinen Erlebnissen nur weniges und dazu kleinliches mittheilen. Meine Arbeit ist fertig in Ritschls Händen: ich habe sie in drei Theilen zu Stande gebracht und bin so lange in Leipzig geblieben, bis ich den letzten Strich (meine Namensunterschrift) gemacht hatte. Nie habe ich mit solcher Unlust geschrieben; ich habe schließlich den Stoff in der einförmigsten Weise abgehaspelt: doch war Ritschl mit einem Theile, den er gelesen hatte, recht zufrieden. Im Oktober wird es wohl erscheinen. Ritschl will die Arbeit aufmerksam durchlesen, auch Wilhelm Dindorf hat sich die Erlaubniß ausgebeten. Mit letzterem trete ich wahrscheinlich in Geschäftsverbindung. Er hat mir durch Ritschl den Antrag machen lassen, ob ich ein Aeschyloslexicon nach dem neuesten Standpunkte der Aeschyloskritik ausarbeiten wolle. Natürlich für gutes Honorar. Ich habe mir überlegt, daß ich dabei viel lernen kann, daß ich mit Aeschylos recht intim vertraut werde, daß ich die Dindorfsche (unter Deutschen Gelehrten einzig vollständige) Collation des cod. Mediceus in die Hände bekomme, daß ich bequeme Gelegenheit, ja Nöthigung habe, mir ein Stück, etwa die Choephoren, zu einer zukünftigen Vorlesung vorzubereiten und bin nach allen diesen Ueberlegungen darauf eingegangen. Nur muß ich erst meine Befähigung dazu nachweisen, indem ich einen Probebogen in diesen Ferien auszuarbeiten habe. Uebrigens ist eine solche Arbeit bei Aeschylos gerade nicht uninteressant; man ist genöthigt fortwährend strengste Kritik zu üben gegen die Unzahl von Conjekturen. Dindorf veranschlagte das Buch mindestens auf 60 Bogen. Nach den Ferien trete ich mit Teubner — falls ich angenommen werde — in Geldunterhandlungen. Ritschl ist immer freundlicher gegen mich.

Folglich bleibe ich auch nächstes Semester in Leipzig, wo es mir, alles gerechnet, vortrefflich behagt. Sollte es Dir nicht möglich sein, in Leipzig fortzudienen? Ich wäre darüber sehr glücklich, denn Du fehlst mir ganz besonders. Zwar habe ich jetzt viel Bekannte, aber keinen, mit dem ich so viel gemeinsame Vergangenheit und Gegenwart habe als mit Dir. Vielleicht kann ich auch den alten Deussen noch bewegen, nach Leipzig zu kommen; er schrieb mir neulich, er sehe jetzt vollkommen ein, daß er einen dummen Streich gemacht habe. "Spät kommst Du, doch Du kommst" nämlich die Erkenntniß über das theologische Studium. Er will Tübingen verlassen die Wahl einer Universität ist ihm gleichgültig, weil er für seine Theologie, deren Joch er bis zu Ende (nicht dem aller Dinge, sondern bis zum ersten Examen) tragen will, nirgends viel zu finden hofft. Vielleicht ist er auch jetzt noch einmal zu einer "Umkehr" zu bestimmen. Die Philologie wird sich immer freuen, wenn der lange verlorne Sohn, der sich mit den Träbern der Theologen gemästet hat, zurückkehrt, und die Sprachvergleichung besonders darf schon zu Deussens Ehren ein Kalb schlachten.

Unser philologischer Verein blüht: neulich hat er sich photographieren lassen und Ritschl ein Bild verehrt zu dessen großer Freude. Rohde ist jetzt auch ordentliches Mitglied, ein sehr gescheuter, aber trotziger und eigensinniger Kopf. Bei der Aufnahme von neuen Mitgliedern wirke ich dafür, daß mit möglichster Strenge und Sichtung verfahren wird. Hr. v. Voigt hat nicht die Ehre gehabt, aufgenommen zu werden.

Die letzten Wochen waren in Leipzig sehr interessant. Der Riedelsche Verein gab in der Nikolaikirche ein Conzert zum Besten der Verwundeten. Das Gedränge war an allen Kirchenthüren, wie am Theater, wenn die Hedwig Raabe spielte. Wir haben eine Einnahme von mehr als 1000 Thl. gehabt. Eine halbe Stunde vor Beginn des Conzertes kam das Telegramm der Thronrede nach Leipzig: ich bin nie über eine That unseres Königs so glücklich gewesen, wie über diese versöhnliche, unzweideutige Rede. Die alten Parteilager sind jetzt gänzlich verwüstet dh. die extremen Standpunkte. Männer wie Treitzschke und Roggenbach sind plötzlich die Vertreter der allgemeinen Meinung geworden. Ein großer Theil der sogenannten Conservativen z. B. der Rath Pinder in Naumburg schwimmt lustig in dem neuen Fahrwasser. Es ist auch für mich — offen gestanden — ein seltner und ganz neuer Genuß, sich ganz einmal im Einklang mit der zeitweiligen Regierung zu fühlen. Zwar muß man verschiedne Todte ruhen lassen, außerdem sich deutlich machen, daß das Bismarksche Spiel ein überaus kühnes war, daß eine Politik, welche va banque zu rufen wagt, je nach dem Erfolg ebenso verflucht wie angebetet werden kann. Aber der Erfolg ist diesmal da: was erreicht ist, ist groß. Minutenlang suche ich mich einmal von dem Zeitbewußtsein, von den subjektiv natürlichen Sympathien für Preußen loszumachen und dann habe ich das Schauspiel einer großen Haupt- und Staatsaktion, aus solchem Stoff, wie nun einmal die Geschichte gemacht ist, beileibe nicht moralisch, aber für den Beschauer ziemlich schön und erbaulich.

Du wirst wohl die Schrift über die Zukunft der Mittelstaaten von Treitzschke gelesen haben. Mit großer Mühe habe ich sie mir in Leipzig verschafft, wo sie wie überhaupt in Sachsen — proh pudor — verboten war. Dagegen haben unsre Gesinnungsgenossen, die Freitage, die Biedermänner usw. ein Votum der sächsischen liberalnationalen Partei erzielt, das sich für unbedingte Annexion ausspricht. Dies würde auch meinen persönlichen Interessen das dienlichste sein. Hoffentlich ist König Johann starrköpfig genug, Preußen zur Annexion zu zwingen.

Schließlich soll auch Schopenhauer noch erwähnt werden, an dem ich noch mit vollster Sympathie hänge. Was wir an ihm haben, hat mir kürzlich erst eine andere Schrift recht deutlich gemacht, die in ihrer Art vortrefflich und sehr belehrend ist: Geschichte des Materialismus und Kritik seiner Bedeutung für die Gegenwart von Fr. A. Lange. 1866. Wir haben hier einen höchst aufgeklärten Kantianer und Naturforscher vor uns. Sein Resultat ist in folgenden drei Sätzen zusammengefaßt:

1) die Sinnenwelt ist das Produkt unsrer Organisation.
2) unsre sichtbaren (körperlichen) Organe sind gleich allen andern Theilen der Erscheinungswelt nur Bilder eines unbekannten Gegenstandes.
3) Unsre wirkliche Organisation bleibt uns daher ebenso unbekannt, wie die wirklichen Außendinge. Wir haben stets nur das Produkt von beiden vor uns

Also das wahre Wesen der Dinge, das Ding an sich, ist uns nicht nur unbekannt, sondern es ist auch der Begriff desselben nicht mehr und nicht weniger als die letzte Ausgeburt eines von unsrer Organisation bedingten Gegensatzes, von dem wir nicht wissen, ob er außerhalb unsrer Erfahrung irgend eine Bedeutung hat. Folglich, meint Lange, lasse man die Philosophen frei, vorausgesetzt, daß sie uns hinfüro erbauen. Die Kunst ist frei, auch auf dem Gebiet der Begriffe. Wer will einen Satz von Beethoven widerlegen, und wer will Raphaels Madonna eines Irrthums zeihen? —

Du siehst, selbst bei diesem strengsten kritischen Standpunkte bleibt uns unser Schopenhauer, ja er wird uns fast noch mehr. Wenn die Philosophie Kunst ist, dann mag auch Haym sich vor Schopenhauer verkriechen; wenn die Philosophie erbauen soll, dann kenne ich wenigstens keinen Philosophen, der mehr erbaut als unser Schopenhauer.

Damit lebe heute wohl, lieber Freund. Ueberlege Dirs, ob Du nicht nach Leipzig kommen kannst. Jedenfalls aber theile mir mit, wann und wo wir uns treffen können. Denn allzugern möchte ich Dich einmal sehen, was in Leipzig mir nicht zu theil wurde, da Ihr Euch so schnell wieder aus der Umgebung von Leipzig verzoget. Doch habe ich die Musik Deines Regiments gehört, etwas unklassisch, und besonders viel Afrikanerin.

In Pforte bin ich noch nicht gewesen. Volkmann ist glücklich verheirathet. Deine Grüße werde ich treulich ausrichten. Meine Angehörigen lassen sich Dir bestens empfehlen und versichern Dich Ihrer Theilnahme. Adieu, lieber Freund,

Dein F W. Nietzsche.

Previous Correspondents' Biographies Next
Nietzsches Briefe | 1866 © The Nietzsche Channel